6 Ideen, wie man lange reisen kann

Wer möchte nicht gern lange reisen? Interessante Erfahrungen sammeln? Die Sprache, Land und Leute kennen lernen? Das kann man sicher alles am Besten im Alltag, also bei der Arbeit.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie und wo man Arbeit findet, was man dafür bekommt. Natürlich hat auch jedes Land eigene Bestimmungen, was das Geld verdienen angeht. Ich trage hier mal einige Ideen zusammen und stelle sie euch vor. Ich kann leider keine Garantie dafür übernehmen, habe aber alles so genau wie möglich recherchiert. Für 100 % genaue Antworten, fragt man am besten in dem jeweiligen Land direkt nach.

Beim Thema Geld verdienen around the World ist Kreativität gefragt. Um erst einmal Fuß zu fassen in einem Land, sind Organisationen sehr hilfreich.

Work Exchange

Darunter zählt alles, wo du für deine Arbeitskraft Unterkunft und Verpflegung bekommst. Sicher gibt es auch einige Möglichkeiten des Taschengeldes, in der Regel geht es hier aber um kulturellen, sprachlichen und Erfahrungsaustausch. Dafür gibt es direkten Einblick in das Land- und Familienleben, die Sprache und sonstige kauzige Eigenheiten.

Gute Anlaufstellen sind wwoofing, HelpX,  workaway.Bauernhof

Work and Travel

Das Urgestein des Reisens und Geld verdienen. Work Holiday Visum und Work and Travel sind Länderspezifisch, mit jeweils eigenen Auflagen. Nur das Alterslimit gilt wohl fast überall. Wenn man zwischen 18 und 30 Jahren alt ist, dann kann man starten. Ein Jahr gilt es meist und 6 Monate darf man arbeiten.

Erntehelfer

Das geht wohl in allen Ländern: Saisonarbeit. Aufpassen sollte man hier, was die Bedingungen angeht. Es gibt meist nicht viel Geld für viel Arbeit. 12 Stunden in der prallen Sonne ernten, ist nicht jedermanns Sache. Also alles gut vorher klären und vielleicht aufschreiben, damit auch keine Verständigungsschwierigkeiten dazwischen funken.

helfen bei der Ernte
Nicht so viel selber essen!

Kellnern

Wem das gut von der Hand geht und wer natürlich schon die Sprache kann, der kann sich hier bestimmt gutes Trinkgeld verdienen. Zur Not geht bestimmt auch Teller waschen, wenn es mit der Sprache hapert.

Der eigene Job

Deinen Job sollte es auch in fast allen Ländern geben, also warum ihn nicht mal woanders ausprobieren?

In diese Kategorie würde ich auch Unterrichten mitzählen. Alles was du selber sehr gut kannst, kannst du anbieten. Sprache, Gitarre spielen, Feuerschlucken…auf Zetteln anbieten, rumfragen, Jobbörsen im Internet nutzen.

Webdesign, Online Marketing, Social Media Management lässt sich ebenfalls gut in eine Reise integrieren. Um damit Geld verdienen zu können, sollte man es natürlich beherrschen.Zelt im Gebirge

Anheuern

Eine etwas spezielle Idee ist zum Beispiel das Anheuern auf einem Kreuzfahrtschiff. Wer gern ein paar Monate am Stück arbeitet, um dann ein paar Monate frei zu haben, für den kann, dass das Richtige sein. Gesetzt den Fall nervige Gäste, Schiff fahren und Gemeinschaftskabinen stören einen nicht.

Die Bezahlung ist ganz gut und die Vermittlung läuft kostenlos über Connect. Oder auf Wandering Earl wird erklärt wie man beim um die Welt schippern Geld verdient.

Seekreuzer
Seetauglich sollte man sein.

Das sind schon eine Menge Ideen, mit denen man eine Weile durch die Welt kommt. Ansonsten gilt hier als Fahrkarte kein perfekter Lebenslauf, sondern freundlich und hartnäckig sein, Türklinken putzen und mit einem Lächeln auf die Leute zugehen. Es geht hier nicht um Arbeit für den Rest deines Lebens.

Wir haben unseren eigenen ersten Versuch mit Wwoofing gestartet und sind bisher sehr zufrieden. Wir haben dadurch nette Leute kennen gelernt. Mit ihnen haben wir uns über das Land, seine Politik und die Landwirtschaft unterhalten. Also genau die Erfahrung eingesammelt, die wir gesucht haben.

Was habt ihr schon für Erfahrungen gemacht? Vielleicht könnt ihr uns etwas empfehlen, was wir ausprobieren sollten? Wir freuen uns über euren Kommentar oder eine eMail.

Advertisements

Unsere erste Woche als Wwoofer

Nach einer Woche “Freigang” in Italien, wollten wir etwas mehr Kontakt zu Menschen und Landschaft. Ein wichtiger Punkt unserer Reise ist auch die Landwirtschaft in  verschiedenen Ländern erkunden zu können. Wir haben uns als erstes für wwoofen entschieden. Es gibt noch andere Organisationen, die das Arbeiten unterwegs unterstützen. Die stelle ich euch später mal genauer vor.

Wwoofing steht für „Willing Workers on Organic Farms“, also freiwillige Helfer für Bio-Farmen. Jedes Land hat dazu eine eigene Website oder ein Buch. Bio ist jetzt nicht unser Hauptaugenmerk, aber natürlich und gesund gefällt uns. Nach einer Woche allein on Tour, haben wir  ein paar Farmen angeschrieben. Halt nein, vorher haben wir uns noch registriert. Das muss man leider in jedem Land extra erledigen. Das ist für uns ein bisschen schade und teuer. Immerhin waren das in Italien 70 € für beide zusammen. Ich habe erst nur mich angemeldet, aber unsere Gastfamilie hat tatsächlich gefragt. Kein Ding, Alex wurde einfach noch fix nachnominiert.

Der Kontakt zur Wwoofing-Organisation war sehr zuverlässig, ich habe schnell eine Antwort bekommen. Sicherheitshalber habe ich nochmal nachgefragt, ob es ein Pärchen – Rabatt gibt. In Italien leider nicht. Nun gut, es ist hoffentlich gut investiertes Geld, damit der Service so gut bleibt.

Ankunft auf der Wwoofing-Farm

Unsere Host-Familie hat schnell geantwortet und wir sind noch schneller hin gedüst. So standen wir früh um Sechs auf dem Hof bereit. Sonst aber irgendwie kein anderer. Irgendwann kam ein bärtiger Italiener raus getapst, der uns mitteilte, dass die Hofchefin noch schläft. Bärtiger Mann: Abgang. Mh. Alex ist eine Runde spazieren gegangen und ich habe noch ein mal eine Stunde geschlafen. Dann kam der Bärtige wieder, um die Tiere zu füttern. Ansonsten absolute Ruhe auf dem Hof. Bärtiger ab.

Eine Stunde später erschienen zwei freundliche Männer, die sogar Deutsch sprechen. Nun kam so langsam Licht ins Dunkel, die Hofbesitzerin wurde angerufen und erschien tatsächlich eine Stunde später. Sie verwies uns an ihre Tochter, da sie heute bis Abends weg müsse. OK.

Sara ist sehr nett und spricht gutes Englisch. Sie hat uns einfach mitgenommen zum Weidezaun aufstellen. Und war dann weg. Gut, wir also den Zaun allein aufgebaut. Wir haben schnell bemerkt, dass sie heute den Hof alleine schmeißen muss. Außerdem klingelte permanent das Telefon und Käse musste sie auch noch nebenbei machen. Wir sind dann zu den beiden netten Männern hochgegangen, um ihnen im Garten zu helfen.

Der erste Tag war  etwas konfus, aber interessant. Abends haben wir dann mit Elisabetta, was die Besitzerin von “La Fonte” ist, ein paar Details geklärt. Hund darf nicht ins Haus, also schlafen wir weiter in Hokey. Alex muss auch Wwofermitglied sein, Check. Sarah fängt immer frühestens um neun an, sie selber eigentlich um sieben. Momentan aber eher nicht.

Unsere täglichen Aufgaben

Es hat sich dann folgende Routine entwickelt. Um sieben geht Alex die Kuh, die Esel und den Schaf- und Ziegennachwuchs füttern, lässt die Hühner, Enten und Gänse raus und sammelt Eier ein. Dann gehen wir mit Katie ein Stück, frühstücken und warten auf Sara. Dann geht es zum Melken. 8 Schafe und 11 Ziegen. Das macht sehr viel Freude, sie sind leicht zu melken, sehr freundlich und die erste Woche hatten wir durchgehend Sonnenschein.

Mann melkt Ziegen
Alex beim Ziegen melken.

Da wir hier in den Bergen sind, also viel hoch und runter laufen, haben wir Huuuuuunger! Echt jetzt! Zum Mittag wird gekocht und alle essen gemeinsam. Es ist reichlich und wird in Ruhe genossen. So 1-2 Stunden gibt es sozusagen Pause. Der Kaffee schmeckt hier natürlich auch hervorragend. Frühstück und Abendessen kümmern wir uns alleine. Ende der Woche habe ich ein Brot gebacken, worüber sich Alex sehr gefreut hat. In der Regel gibt es hier kein frisches, sondern nur getrocknetes Brot wie Crissini. Lecker, aber eben nicht frisch. Ansonsten ist das Essen mediterran und größtenteils vom Hof (Süßigkeiten sind leider Mangelware – ich habe jetzt mal Alex losgeschickt, um einen italienischen Lidl zu plündern).

Die Farm “La Fonte” bedeutet “Die Quelle” und hat natürlich auch ihre eigene Quelle. Mittlerweile haben Sara und Elisabetta Monti ihren eigenen Laden, indem sie ihre Bio-Marmelade, Käse, Obst und Gemüse verkaufen. Örtliche Schulen und landwirtschaftlich Interessierte können sich anmelden, um bei Elisabetta etwas zu lernen.

Nachdem es sich gut eingespielt hat, wir schon einiges voneinander lernen konnten und es natürlich Spaß macht, werden wir nun in Woche zwei starten. Heute hatten wir, nach den täglich Aufgaben ein bisschen frei und sind zu Fuß losgezogen.  Seht selbst:

 

3 super Tipps für Reisen ohne Planung

Manchmal möchte man einfach zügig los, spontan verreisen, aus dem Alltag flüchten oder eben irgendwie woanders hin. Wenn keine Zeit ist oder die Nerven blank liegen, bleibt die Urlaubsplanung einfach mal auf der Strecke. Wer dennoch individuell reisen möchte, um seine Ruhe und Freiheit zu haben, der braucht ein paar einfache Regeln zu beachten, damit es auch ohne Plan wunderschön und unstressig wird.

Tipp 1: Wenn du einen Schlafplatz benötigst, beginne rechtzeitig mit der Suche.

Wenn du zum Beispiel mit dem Auto unterwegs bist, schläft es sich schön, wenn man einen ruhigen Ort mit einem Wald oder Busch hat. Kein Durchgangsverkehr ist wünschenswert und keine Action, weil alle zeitig auf Arbeit müssen. Dann kann man in Ruhe Schlafen und seine Morgentoilette erledigen. Wenn man mit dem Zelt unterwegs ist, gilt eigentlich das Gleiche. Man möchte seine Ruhe zum Schlafen und zum Aufstehen.

Zelt im gebirge
Diesen schönen Platz findet man nur fernab vieler Menschen

Wir hatten in unserer ersten Nacht in Österreich die Berge genau vor der Nase und einen Wald im Rücken. Das ist der Wahnsinn beim Aufwachen. Wie kleine Punkte stehen wir vor dieser riesigen Natur. Da wird man doch wieder ganz demütig und dankbar.

Tipp 2: Trage Grundnahrungsmittel bei dir, um überteuerte Käufe umgehen zu können.

Ich mag Tante-Emma-Läden und weiß auch, dass sie in manchen Dörfern sehr wichtig sind. Dennoch ärgert es mich, wenn ich aus der Not heraus so viel Geld ausgeben muss. Clever ist es Grundsachen dabei zu haben. Wasser, Brot, Käse oder Salami halten lange, sind nicht schwer und überall zu bekommen. Damit kommt man auch mal ein oder zwei Tage hin, wenn man keinen Supermarkt findet.

Was Wasser angeht, können wir den Filter empfehlen. Der hat uns bisher viel Geld sparen lassen. Für Katie muss ja auch immer Wasser dabei sein, falls man irgendwo bleibt oder kein See oder Fluss kommt. Wasser aus einem Fluss schmeckt übrigens besser, als aus einem See, obwohl ich den klaren Bergsee auch lecker fand.

Tipp 3: Habe keine Erwartungen und mach dir keinen Stress.

Uns gelingt das am besten ohne Reiseführer. Touristische Ziele finden sich von allein, an großen Straßen, großen Städten und da wo alle hinfahren. Ruhig, entspannt und besonders wird es auf den kleinen Straßen, abseits der großen Straßen und Städte.Bücherregal voller Reiseführer

Hier habe ich auch den größten Anreiz die Sprache zu lernen. In Touristenzentren komme ich doch mit Englisch sehr weit und bin dann ein bisschen faul. In den kleinen Orten, wo sich alle Mühe geben, mag ich mir auch sehr viel Mühe geben und kann nun meinen Kaffee in der Landessprache bestellen. Grundvokabeln wie “Guten Tag”, “Auf Wiedersehen” ,  “Bitte” und “Danke” sollten selbstverständlich sein.

So geht es ab ins Abenteuer. Oder wie gestaltet ihr das? Schreibt uns doch euren tollen Reisetipp! 

P.S.: Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Damit wir unser Auto immer wieder finden, tagge ich in einem GPS Programm den Ort. Das Programm kann ich nur empfehlen. Es zeigt zwar keine Höhen an, aber alle Wege. Wenn kein Weg eingezeichnet ist, dann ist da auch keiner. Funktioniert mit GPS als Navigationsgerät und zum Wandern mit offline-Karten. Und kostenlos ist es auch noch! Die MapFactor App!