Ängste, Sorgen und Traurigkeit

Gedanken

Wann auch immer wir einen neuen Lebensabschnitt beginnen, haben wir Sorgen und Ängste. Mal sind sie größer, mal kleiner, denn mal ist der Schritt größer, mal kleiner.

Diesmal ist er für uns ziemlich groß und bisher waren unsere Ängste verhältnismäßig klein. Mein Gefühl sagt mir, dass es eben einfach das richtige ist. Doch trotzdem kommen auf einmal Gedanken, Fragen, kleine zweifel und ein bisschen Traurigkeit. Man sollte das wohl nicht einfach wegschieben.

Wir reden darüber und versuchen die Dinge zu benennen. Was macht uns traurig? Wird es uns länger traurig machen? Alex ist sehr traurig ohne die Tiere. Ohne seine lieb gehegten Tiere. Und der Wunsch später wieder welche zu haben ist sehr groß. Ich finde es eine schöne Erkenntnis. Er möchte als Landwirt arbeiten, auch in Zukunft.

Es ist nicht nur eine Reise durch die Welt, sondern auch eine Reise zu uns selbst.

Ängste

Von Ängsten sind wir sonst bisher recht verschont geblieben. Existenzangst kennen wir nicht wirklich, da wir beide in der Lage sind zu arbeiten und wenn das Geld knapp wird, werden wir schon was finden, zur Not geht es eben zurück nach Deutschland oder nach Paraguay(da gibt es ein nettes Angebot für meinen Mann, das uns momentan als Rückfallebene dient, aber vielleicht wird es ja das Land, die Arbeit wo wir bleiben wollen – wer weiß?)

Angst, dass es die falsche Entscheidung ist, habe ich nicht, da ich eingehend darüber nachgedacht habe. Sicherlich nicht so lange, wie jemand anderes es tun würde. Meine Einstellung: Tu es jetzt oder du tust es nie – teilt eben auch nicht alle Welt. Warum ich früher nicht ins Ausland gegangen bin, weiß ich nicht, es war nie der richtige Zeitpunkt und es gab hier noch so viel zu entdecken und auszuprobieren. Es ist nicht so, dass ich nun alles ausprobiert habe, aber doch genug um mal woanders schauen zu wollen. Und ich habe mich früher allein nicht getraut. Nun habe ich den richtigen Reisepartner! Sogar zwei, wir wollen Katie nicht vergessen und nach wie vor erst einmal mitnehmen.

Tränen

Das ist allerdings heute ein Punkt der Trauer und Tränen für mich. Bisher war ich voller Optimismus, der Hund kommt mit und das wird alles ganz toll und die ganze Bürokratie werden wir schon schaffen. Doch mehr und mehr Hürden tun sich auf. Dabei geht nicht nur Freiheit und Geld verloren, sondern ich stelle mir auch die Frage, ob ich das Katie wirklich antun möchte? Es trifft mich sicher auch jetzt besonders, weil ich mich mit dem Trennungsgedanken von Katie einfach noch nicht beschäftigt habe. Vielleicht wollte ich es auch einfach nicht.

Wie auch immer, hier steh ich nun vor einem Haufen Bürokratie und ich will auf jeden Fall die beste Entscheidung für mein Tier treffen.
Habt ihr Erfahrungen auf Reisen mit Tier? Wie ist es mit den Grenzübertritten und den Ein- und Ausreisebestimmungen? Ich werde gleich mal Kontakt mit Günter Wamser aufnehmen. Hoffentlich kann er mir ein bisschen weiterhelfen.

Heute ist auch noch eine andere Sorge aufgetaucht, mit der wir uns noch nicht beschäftigt haben. Ein unproblematisches Visum hält erst mal 30 Tage. Da wir vorrangig zu Fuß unterwegs sein werden, brauchen wir sicher für die Erkundung eines Landes mehr Zeit. Wir müssen also unsere Routen gut planen, einen Rückreisenotgroschen haben (oft muss man sowieso ein Rückreiseticket bei der Einreise besitzen), oder gleich bei dem ersten Konsulat was wir finden eine Verlängerung beantragen.  Also Sorge würde ich das nicht nennen, aber es muss sich erst einmal einspielen, wie wir solche Dinge planen, angehen und nichts vergessen. Es wird sicher irgendwann Routine werden.

Krankheiten

Eine Angst, die ich habe, über die ich aber nicht viel nachdenken möchte, da ich manchmal zu leichter Hypochondrie neige, ist die Angst vor dem krank werden. Es sind neue Länder und neue Krankheiten für mich. Hoffentlich sammle ich, die nicht alle ein. Mein Magen ist auch nicht der resistenteste.  Alex ist dagegen mit einem Schweinemagen gesegnet, der glückliche.  Wir werden einfach alle empfohlenen Impfungen machen (in Deutschland bin ich nicht so ein Impffreund) und die Breitbandantibiotika mitnehmen. Und viele positive Gedanken.

Die Liste ließe sich wohl endlos fortsetzen, aber damit wollen wir uns nicht so lange aufhalten, denn das Abenteuer ruft.
Damit bleibt Vorfreude, Bauch kribbeln und Spannung.

Hoch und weit wollen wir.
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