Brexit – dürfen wir noch nach Großbritannien reisen?

Vorwort:

Ich bin nicht politisch engagiert oder sehr ausgebildet in dieser Richtung. Meine Werte, die mir persönlich wichtig sind, finde ich in der aktuellen Politik nicht (wenig) diskutiert. Meiner Meinung nach geht es in der Politik nur um Geld und Macht, aber nicht darum sich um unsere Welt zu kümmern.

Natürlich habe ich trotzdem ein halbes Auge auf die Politik, wegsehen und ignorieren ist sicher nicht der richtige Weg, um damit umzugehen. Der Brexit ist für uns besonders interessant, da er die erste große Veränderung der EU ist, die auch relevant ist (vielleicht), aber für Großbritannien ist es auf jeden Fall relevant und da wir uns hier sehr wohlfühlen, interessiert es uns eben sehr.

Natürlich ist uns bewusst, dass die EU auch dafür gesorgt hat, dass es uns so gut geht, dass wir einfach Reisen können, arbeiten und leben, wo wir wollen und noch mehr. Aber sie hat eben auch Schwachstellen.

Diese hat die Bevölkerung Großbritanniens wohl zu diesem Entschluss gebracht. Oder nicht? Wir wissen es nicht und haben auch aus der Bevölkerung keine sehr eindeutigen Antworten bekommen. Deswegen habe ich mir mehr Informationen besorgt.

Quellen: Brexit – why Britain voted to leave the EU

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Über eure Meinungen, Ängste, Gedanken, Wünsche und Hoffnungen freuen wir uns in den Kommentaren zu lesen. Eine rege Diskussion darf geführt werden, aber bitte bleibt nett.

Und seit auch nachsichtig mit mir, bitte, falls ich etwas nicht korrekt geschrieben habe. Verbessert darf natürlich werden, per Mail oder in den Kommentaren.

Also, los geht´s!

Definition Brexit: Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus Britain und Exit. Er beschreibt den  Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Wie kam es zum Referendum?

Weil es Premierminister David Cameron den Wählern versprochen hat. Der Druck konservativer Abgeordneter und der EU-skeptischen UKIP Partei war in den vergangenen Jahren so groß geworden, dass sich Cameron 2013 zum Handeln veranlasst sah. Er stellte ein Referendum bis spätestens 2017 in Aussicht, sollte er Premier bleiben. Vorher wollte er mit der EU über Reformen verhandeln, die Großbritanniens Vorstellungen von einer Europäischen Union entsprächen. Leider konnte der Premier viele seiner Versprechen nicht halten, so war der Ruf nach einem Referendum sehr laut!

Was passierte in der Zeit bis zum Referendum 23. Juni  ?

Auch in Großbritannien ist es nicht anders als zum Beispiel in Deutschland. Die Bürger sind unzufrieden mit einigen Dingen, wie sie laufen, wie sie politisch entschieden werden und wohin sich das Land entwickelt.

Doch das Referendum hat eine noch viel längere Geschichte, wir reden da von Jahrzehnten! Schon Churchill wollte nicht in dem Einheitsbrei EU mitschwimmen und diese Stimmen gibt es noch immer. Deswegen hat Großbritannien zum Beispiel noch Pfund als Währung und darüber sind Sie sehr froh.

Politisch war die EWG einmal die Rettung für Großbritannien. Auch die großen Unternehmer wissen nach wie vor die EU zu schätzen. Doch die Wähler sind unzufrieden. Und die  Bevölkerung entscheidet, ob Großbritannien wieder ein „insulärer“ und isolierter Staat wird. Doch häufig ist es schwer alle Komponenten zu bedenken.

David Cameron, der Premierminister, hatte schon in seiner Wahlzeit den Leuten versprochen, dass sie darüber entscheiden dürften, ob Großbritannien in der EU bleiben soll oder nicht, wenn er nicht wesentliche Verbesserungen schafft.

Versucht hatte er es mit einem Kompromiss, den er in Brüssel geschlossen hatte: Sozialleistungskürzung für EU-Ausländer und mehr Freiheit für britische Banken. Doch das war offensichtlich nicht genug.

So kam nun alles zusammen: das Versprechen, die Unzufriedenheit und die Geschichte. Das Volk will ein Referendum.

Aus diesen Gründen haben die Briten Leave gewählt!

Es gab also zwei Lager, die Leave EU (Europa verlassen) und die Pro-EU Fraktion. Cameron selbst war der Kopf der Pro-Eu Lagers. Sein Gegenüber war der ehemalige Londoner Bürgermeister und die UKIP Partei.

Starke Gegner für den Premier, der auch noch einen Monat vor der Entscheidung nichts mehr sagen durfte. Dieses Gesetz nennt sich Purdah Regel und besagt, dass sich Regierungsmitglieder ein Monat vor einer Wahl oder einem Referendum nicht mehr für eine Seite engagieren dürfen.

Der Wahlkampf der EU Befürworter lässt sich leicht zusammenfassen. Sie haben versucht Horrorszenarien zu malen, die die Leute abschrecken sollte. Von Anfang an hieß es, wenn ihr die EU verlasst, dann bricht unsere Wirtschaft zusammen, dann werdet ihr sehr viel weniger Geld verdienen, alles wird sehr viel mehr kosten, Kredite müssen sofort zurückgezahlt werden und so weiter und so sofort.

Am Anfang mag das gewirkt haben, aber irgendwann waren die Leute es leid, sie glaubten es nicht, wie wenn einer zu oft Feuer ruft und es brennt nicht.

UKIP dagegen hat sich cleverer angestellt. Nicht nur, dass die Partei eine Sorge der Bürger aufgegriffen hat, sie bot natürlich auch eine Lösung. Das ist, was die Leute wollen. Die Frage der Flüchtlinge muss geklärt werden und angeblich ist der Brexit dafür die Lösung.

Was erwartet man nach dem Austritt?

Auch hier herrscht keine Einigung, was genau wirklich geschehen wird. Möglichkeiten gibt es allerdings genug:

  • Was wird aus dem Handel und dem freien Zugang zum Binnenmarkt? Eigentlich muss Großbritannien alles neu verhandeln, weltweit. Und die EU könnte die Briten zappeln lassen, sodass im Binnenmarkt von ihnen lange Zeit nichts zu hören sein würde.
  • Und ja, es wird erwartet, dass jeder britische Haushalt um 4300 Pfund pro Jahr ärmer sein wird.
  • Natürlich entfallen sie Zahlungen an die EU. Als drittgrößter Geber hatte Großbritannien einen nicht zu verachtenden Betrag zu zahlen. Auch die Zuwandererpolitik der EU wurde kritisiert und kann nun selbstständig geregelt werden.
  • Doch mit Wegfall der Emigranten, fehlen auch junge Arbeiter, die die Wirtschaft ankurbeln.
  • Interessant wird sicher die Entwicklung in Schottland und Nordirland. Die Nordiren waren gegen den Brexit und könnten sich nun mit Irland verbinden. Die Schotten werden wohl ein weiteres Referendum anstrengen, um sich weiter vom Königreich zu distanzieren. Auch sie waren gegen den Brexit.
  • Keiner kann die Folgen so wirklich abschätzen, dass der Schwebezustand eintreten wird, darin sind sich alle einig. Die Verhandlungen sind im Gange.
  • Es wurde schon ein Verteidigungspakt mit Polen geschlossen und entschieden, dass die Übergangsfrist bis 2020 andauern wird.
  • Was auch schon geklärt ist, dass nun nicht alle EU-Bürger raus müssen. Man darf bleiben und wahrscheinlich wird auch das Reisen nicht sonderlich erschwert 😉 (Juchhu!)

Fazit

Wir sind genauso schlau wie vorher. Nein, nicht ganz. Ein bisschen mehr haben wir das Land schon kennengelernt. Doch wie die Zukunft hier aussieht, dass kann wohl nur eine Zauberkugel sagen.

Wichtig ist sicher: Reisen und Leben in Großbritannien wird weiterhin möglich sein!

Noch ist vieles nicht klar und es bleibt spannend und in Bewegung!

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