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Friede, Freude, Eierkuchen – Urlaub!!!

Im Urlaub und auf Reisen ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Das kennt ihr bestimmt aus eurem eigenen Urlaub oder Reisen?!

Auf einmal verbringt man wahnsinnig viel Zeit miteinander, es fehlen aber die Rahmenbedingungen eines Alltags. Manchen Menschen fällt das leichter, andere haben damit große Probleme.

Das musst du für einen Friede, Freude, Eierkuchen – Urlaub tun.

Im Falle eines normalen Urlaubs sollte man vorher über Erwartungen sprechen oder am besten keine haben. Jeder hat doch meist eine Vorstellung, wie er den Urlaub beginnen möchte. Das sollte man seinen Mitreisenden mitteilen. (Das Gleiche gilt natürlich für jegliche Arten der gemeinsamen Unternehmung, also auch für eine längere Reise. )

Der eine benötigt vielleicht 3 Tage Strand und Lesezeit, um nach dem hektischen Alltag herunterzukommen. Andere wollen sich sportlich betätigen, raus in die Natur, Action oder ihrem vernachlässigten Hobby nachgehen.

Wenn das geklärt ist, ist die erste Hürde bereits geschafft.

Für den weiteren Urlaub gilt reden, reden, reden.

Doch was tun, wenn es nicht so Friede, Freude, Eierkuchen läuft, wie man sich das wünscht?

Dieser Fall ist bei uns eingetreten. Wir waren eine Woche auf dem Wild Atlantic Way in Irland unterwegs und wollten dann eigentlich wieder auf einer Farm  einkehren.

Doch es fand sich keine. Wir haben es wieder über wwoofing und workaway versucht, doch für den Sommer waren wir diesmal zu spontan und alle waren ausgebucht.

Dann haben wir die Stellenanzeigen durchwühlt, aber für eine „normale“ Arbeit reichte die Zeit nicht so richtig. Und so wirklich wollten wir das nicht, wir wollten irgendwo gemeinsam arbeiten.

Als in Irland scheinbar alle Möglichkeiten ausgeschlossen waren, beschlossen wir weiter zu ziehen. Großbritannien interessiert Alex sehr und nach London wollten wir doch sowieso. (Harry Potter Museum)Filmstudios London Winkelgasse Harry Potter

Wir haben in Irland also noch schnell einen Tierarzt aufgesucht, denn Katie brauchte ihre Rückreisepille (Ein- und Ausreise Bestimmung Groß Britannien).

Auch für die Farmen in GB über workaway bekamen wir nur absagen. Wir hatten echt die Nase voll.

Während wir so durch Wales fuhren und uns schon mächtig in der Wolle hatten, fuhr Alex auf einmal auf eine Farm und sprach den Farmer an. Dann verwies er auf mich und teilte mir mit, dass ich dem netten Herren jetzt erklären durfte, was wir wollen.

Ich bin sehr rot geworden!

Der Farmer hat auch ein bisschen irritiert geguckt, was die beiden Deutschen da eigentlich von ihm wollen. Er dachte bestimmt, dass wir ihn veräppeln.

Aber tatsächlich braucht er Hilfe, da einer seiner Arbeiter sich krank gemeldet hat und die Silage Ernte ansteht. Alex sollte am nächsten Morgen um acht wiederkommen.

Er dachte sicher nicht, dass wir wirklich kommen. Keiner kannte den Namen des anderen. Aber Alex war pünktlich da und wurde sofort mitgeschleift.

Ein paar Stunden später saß er auf dem Traktor und tobte über die Felder. Endlich war er wieder glücklich! – Friede, Freude, Eierkuchen.

Wir haben also gelernt, dass Alex nach mehr als einer Woche ohne Traktor/Tier/Arbeit sehr unleidlich wird. Außerdem sollte Sandra sich nicht alles zu Herzen nehmen.

Das wichtigste jedoch, was wir gelernt haben: EINFACH FRAGEN! 

Natürlich hatten wir sehr viel Glück, dass es gleich so gepasst hat.

Bis hierher war es eine anstrengende Woche für uns. Wir waren immer hin und her gerissen, zwischen Antworten abwarten, Farmen ansprechen, unser eigenes Ding machen. Total chaotisch.

So ist es doch immer mal. Egal ob man auf Reisen ist, im Alltag oder in einer Neu-Findung. Das Motto lautet Ruhe bewahren und im Zweifel mal eine Entscheidung treffen!

Es ist ein abgedroschener Spruch, aber er ist sehr wahr. Ruhe bewahren! In sich gehen und atmen. Dann klappt es auch wieder mit dem Nachbarn ;-).

Habt ihr auch schon solche Situationen erlebt, wo ihr mit eurem Partner zickig umgeht, obwohl ihr das gar nicht wollt? Man weiß gar nicht so recht warum und auch nicht was man schnell dagegen tun kann?

Wir freuen uns über Kommentare und likes. Bleibt doch bei uns (Newsletter), es wird bald einen Beitrag über das Thema Milch und Milchfarm geben. Ein Thema, was uns sehr beschäftigt, Angesicht der Haltung der Tiere und Milchgenuss.

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Weltreise als Paar

Was macht diese Reise mit uns als Paar?

Ein paar Schwierigkeiten haben wir schon aufgeschrieben. Jetzt möchte ich euch berichten, was wir an uns und unserer Beziehung feststellen.Sandra und Alex

Wir waren seit unserem kennenlernen ziemlich unzertrennlich. Das ist schon mal eine gute Voraussetzung für das Reisen. Um genau zu sein, passt es hervorragend dazu, denn jetzt können wir noch mehr Zeit miteinander verbringen. Vorher waren wir doch immer mal getrennt, da jeder seiner Arbeit nachgehen muss. Nun haben eine Arbeit, ein Auto, ein zu Hause und völlig freie Zeiteinteilung.

Natürlich zicken wir uns auch an, manchmal schweigen wir für lange Zeit. Besonders ich (Sandra) brauche oft Zeit für mich allein. Deswegen muss Alex jedoch nicht weggehen. Ich mag ihn trotzdem neben mir haben. Einer sagt einfach Bescheid, dass er jetzt nicht reden mag und dann weiß der andere Bescheid.

Schwierig sind die Situationen, wo man erschöpft ist und nicht richtig formulieren kann, was man möchte oder auch nicht. Doch das hatten wir auch zu Hause. Wir lernen uns immer besser kennen und können damit umgehen.

Wir sind beide ziemliche Sturköpfe. Je nachdem um was es geht, weiß der andere schon, ob er jetzt mal Rücksicht nehmen muss oder gar über seinen Schatten springen. Bei zwei solchen Dickschädeln wäre es schlecht, wenn keiner den ersten Schritt macht. Dann würden wir immer noch schweigen.

Lachen hilft auch. Wenn Alex mich knuffender Weise Miesnuschelkönigin nennt, ist das Eis schnell gebrochen. Wir üben uns darin Sachen nicht mehr persönlich zu nehmen. Meist geht es gar nicht um einen selbst, sondern um den anderen.  (Mal kein Affiliate Link, einfach eine Empfehlung, die einen entspannter durchs Leben gehen lässt: Buch)Miesmuscheln

Außerdem beherrschen wir das Geheimnis einer erfolgreichen Beziehung. Soll ich es euch verraten? Es ist ganz einfach und besteht aus zwei Teilen.

Achtung, hier kommt es.

Teil eins: *Trommelwirbel* REDEN. Redet, so viel ihr könnt. Aber keine Blasen und lügen. Sondern über Gefühle, Empfindungen und all eure Gedanken.

Dazu benötigt ihr Teil 2: NÄHE. Jeden Tag fünf Minuten ohne Ablenkung ansehen und anfassen, schafft den Grundstein für Nähe und Vertrauen. Und dann wird geredet!

Natürlich gehört noch viel mehr zu einer Beziehung. Aber ohne die beiden Teile geht es gar nicht.

Ich habe herausgefunden, dass ich extrem viel Nähe benötige, obwohl ich doch so gern allein bin und sein kann. Da ist es nicht immer leicht, die Balance in den Bedürfnissen zu finden. Momentan bin ich allein, da Alex neben mir schläft. Wenn ich meine Kopfhörer aufsetze und Alex neben mir etwas anderes macht, habe ich auch mein Bedürfnis an “allein sein” gestillt. In dieser Zeit kommen so viele Gedanken und Ideen in meinen Kopf, da muss ich dringend mit ihm darüber reden. Gut, dass er nicht weit weg ist.

Neben der Beziehung, wollen wir auf dieser Reise auch herausfinden, wie unser zukünftiges Leben aussieht. Dieses Thema ist noch sehr roh und schwierig. Wir sind beide so sicher in unseren Vorstellungen. Und auch sehr unterschiedlich. Ich bin der Kurzstreckenläufer und Alex der Marathonläufer. Ich mag entdecken, lernen und Abwechslung. Alex mag das auch, aber alles an einem Ort und mit Landwirtschaft. Wie bekommen wir diese Sachen unter einen Hut? Es ist ein Prozess und ein Weg. Wir werden sehen, wo er uns hinführt. Aber wir haben auch Angst. Angst, dass wir uns trennen müssen, an irgendeiner Weggabelung.

Dann wäre da noch das Thema Kinder.

Viele haben uns schon danach gefragt, es fällt mir schwer darüber zu schreiben. Es ist sehr persönlich und natürlich ist es uns auch nicht leicht gefallen, ohne unsere Kinder zu starten. Wir vermissen sie und wir telefonieren oft. Wir waren nach unserem Start das erste Mal für eine Woche auf Heimaturlaub und haben viel Zeit mit ihnen verbracht. Es sind zwiespältige Gefühle in uns. Traurigkeit, vermissen, Angst, Zweifel. Aber auch Stolz, Freude und Sicherheit. Es geht ihnen gut und wir sind auch nicht einfach verschwunden. Wir versuchen so gut es geht, für sie da zu sein. Unsere Rolle in ihrem Alltag hat sich jedoch gewandelt. Das muss ich erst einmal verdauen. Den Kindern geht es gut, das ist das Wichtigste.

Wie die Zukunft aussieht wissen wir nicht. Wir wissen nicht was kommt und wo es uns hinführt. Wir genießen den Moment. Wir atmen, wir leben. Wir lernen! …und freuen uns auf das was kommt.Countryside

Reist ihr auch zu zweit oder mehr? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht und worauf soll man achten, im miteinander? Wir freuen uns von euch in den Kommentaren zu lesen.

Mein Vertrauen ist kaputt

Es wird mir die letzten Tage wieder bewusst, wie schwierig es immer noch für mich ist, Fremden zu vertrauen.

In der Regel macht man sich nicht viel Gedanken darüber, wenn man einen Menschen trifft, man hat ein Bauchgefühl oder einen Riecher. Entweder wir mögen jemanden oder er kommt uns komisch vor. Vielleicht können wir ihn nicht riechen. Ein Mensch ist uns unsympathisch. Dabei weiß das Gehirn jedoch was es tun soll. Sehen, Scannen, einordnen.

Das war und ist noch ein bisschen kaputt bei mir. Als es kaputt ging, war es richtig schlimm. Ich bekam Kopfschmerzen und Herzrasen. Ich war verwirrt, was ich mit dem Menschen machen sollte. Und hatte Angst mich zu irren.

Was ein mir bekannter Mensch meiner Mutter angetan hat, hinterlässt Spuren. Sie sind da, immer. Auch wenn ich mein Leben aktiv und scheinbar “normal” führe. Die Trauer ist immer dabei. Sie ist ein Teil von mir. Dieses Wirre in meinem Kopf ist da.

Die Schubladen klemmen, habe ich einmal gesagt.

Ich bin hier in dem neuen Haus, eine neue Wwoofing Farm, neue Menschen. Alles scheinbar so nett, liebevoll und perfekt. Mein Kopf scannt, hat Angst, traut sich nicht die Menschen in Ruhe in eine Schublade zu packen. Immer wieder nehme ich Aussagen, Gesten auseinander, beobachte sie.

Das ist gar nicht böse gemeint, ich mache das auch gar nicht bewusst. Meist fällt es mir erst auf, wenn ich Kopfweh habe. Dann kann ich es etwas herunter fahren. Mich ein wenig ablenken und den Scanner ausblenden.

Wir wissen nicht, was im Kopf der Menschen vor sich geht. Manchmal wissen sie es selber nicht. Aussagen wie:”Ich könnte ihn umbringen!”, funktionieren für mich wie eine Alarmglocke. Es ist nicht witzig und auch nicht einfach daher gesagt. Manche Menschen machen das wirklich! Einfach so aus heiterem Himmel. Oder wahrscheinlich doch nicht. Man übersieht nur viele Anzeichen, da man an so etwas doch gar nicht denkt. Ist er eben ein bisschen cholerisch. Er ist in seinem früheren Leben ab und zu ausgerastet. Er hat scheinbar ein paar Geheimnisse, redet über Dinge etwas verschwommen. Was solls. Denkt man.

Hätte ich doch mal, denke ich jetzt. Hätte sie doch mal. Doch man hat nicht. Man vertraut, manchmal hört man auch auf Alarmglocken nicht, weil man vertrauen will. Meine Mutter wurde ermordet, von ihrem Lebensgefährten. Sehr brutal. Wie soll ich Menschen noch vertrauen?

Manchmal weiß ich es auch nicht. Momentan sind solche Tage. Es ist wunderschön hier und die Menschen sind sehr, sehr freundlich und offen. Sind sie es wirklich, fragt mein Kopf?

Ich muss darüber reden, es aussprechen und nicht in meinem Kopf hin und her drehen. Ich muss es Alex erzählen, brauche seine Einschätzung dazu, die hilft mir.Mit ihm darüber zu reden hilft mir sehr, weil er mich nicht verurteilt. Ich mag nicht komisch angeschaut werden.

Vier Jahre sind nun vergangen. Diese Woche wäre ihr Geburtstag gewesen. Diese Woche werde ich mir mehr Zeit nehmen, um an die schöne Zeit zu denken. Damit möchte ich ihren Geburtstag feiern und die Erinnerung halten. Dankbar sein.Sandras Mutter

Unser Kennenlernen

Für alles gibt es den richtigen Zeitpunkt. So auch für Alex und mein Kennenlernen. Denn  wirklich fremd waren wir uns nicht, mehr als ein Hallo gab es bis zu jenem Zeitpunkt jedoch nicht.

Die Pferdewelt ist bekanntlich ein Dorf. Deswegen wusste ich wer Alex und „Der Dietze Hof“ war. Meine beste Freundin hatte bei ihm ihr Pony gekauft. Eine ehemalige Stallkollegin wechselte zu ihm in den Stall. Zum Oktoberturnier war ich sogar kurz auf Alex Hof. Das alles ist in etwa 7 Jahre her.
Im Jahr 2015 zog ich auf einen Pferdehof in der Nähe von Radeberg. Meine Pferde natürlich auch. Wie es das Schicksal so will, war Alex ab und zu auf diesem Hof. Unter anderem auch bei einer nächtlichen Pferdeeinsammel-Aktion.
Um zwei Uhr in der Nacht kam der Hofbesitzer in mein Schlafzimmer gestürzt und brüllte irgendetwas von Pferde, weg und los. Ich stolperte wie ein Schlumpf aus dem Zimmer und direkt in Alex Arme, was mir sehr, sehr peinlich war. Am Abend zuvor hatte ich eine sogenannte “Knoblauchfatsche” und roch dementsprechend. Er konnte sich auch nicht wehren, da er schon zwei Pferde in der Hand hatte und lachte nur.
Vielleicht ein halbes Jahr später war er wieder auf dem Hof und ich mit meinem Pferdchen am Putzplatz. Da versuchte er die Kontaktaufnahme mindestens so unglücklich, wie ich in der Nacht. “Ist dein Pferd tragend?“, ist nicht das, was ein Pferdemädchen hören möchte. Mein Pferd ist nämlich ein Mann!
Irgendwie wusste ich nicht was ich von dem selbstsicheren Bauern, verheiratet und 3 Kinder, halten soll. Darüber machte ich mir auf Grund seines Familienstandes auch keine weiteren Gedanken. Freute mich aber immer, wenn wir uns sahen und er mich so süß anlächelte.

Hände zum herz
Anfang 2016 kam es nun endlich mal zu einem ernsthaften Gespräch. Alex war da, um sich einen Pferdehänger auszuleihen und ich war eben auf dem Hof unterwegs. An dem Fahrrad meines Sohnes war das Vorderrad verkehrt herum drin, wie Alex kritisch bemerkte. Und dann auch gleich noch reparierte. Bei dem Gespräch kam heraus, dass wir beide getrennt von dem jeweils anderen Elternteil leben. Das war ja mal eine Neuigkeit.
2 Stunden später verließ er den Hof, schließlich wollte er noch ein Pferd holen. Auf die Einladung mir seine Ferkel anzusehen, reagierte ich tatsächlich 2 Tage später. Und ab diesem Tag waren wir unzertrennlich. (Nur einmal waren wir getrennt, als ich einen Lehrgang besuchte).
Schnell entwickelten sich unsere Pläne und Leben gemeinsam. Es war für unser Umfeld nicht immer einfach und viele können es nicht verstehen. Aber wir haben uns gefunden. Und unseren gemeinsamen Weg. Den gehen wir nun, Hand in Hand und Herz an Herz.

Ich wünsche jedem so viel Glück, wie wir erleben dürfen.Sandra und Alex

Was machen wir hier eigentlich?

Wir sind nun 3 Wochen unterwegs und zwei Wochen auf der Wwoofing Farm „La Fonte“.

Wir möchten euch ein paar Eindrücke geben, was wir hier so machen.

Wir haben einen guten Einblick in das Familienunternehmen bekommen,  etwas über die Käse Herstellung gelernt und andere Esskultur genossen (mehr oder weniger). Wir danken der Familie Monti für ihre Offenheit und Gastfreundschaft.

kleine Ziegen und Schafe
Die Bambinis brauchen viel Essen, wollen ja noch wachsen.
Brotteig
italienisches Brot backen – geschmacklich ziehen wir das Deutsche vor.
Milch filtern
Nach dem melken muss die Milch gefiltert werden.

 

In unserer Freizeit haben wir Rovereto  bei Regen erkundet, eine Rundwanderung um die Farm gemacht und einen 2000m hohen Berg erklommen.  Ansonsten waren wir ganz gut eingebunden in das Familienleben und die Hofarbeit.  Da blieb nicht viel Zeit für große Expeditionen.

italienisches Eis
Leckeres italienisches Eis in Monsterausführung.
Bären im Wald
Es gibt hier viele Bären. Wir haben allerdings nur ihr „poop“ gefunden.

Aber das ist nicht so schlimm, denn wir reisen nun ab und haben noch Zeit bsi zum Heimaturlaub, um die Gegend weiter zu erkunden.

Unsere erste Woche als Wwoofer

Nach einer Woche “Freigang” in Italien, wollten wir etwas mehr Kontakt zu Menschen und Landschaft. Ein wichtiger Punkt unserer Reise ist auch die Landwirtschaft in  verschiedenen Ländern erkunden zu können. Wir haben uns als erstes für wwoofen entschieden. Es gibt noch andere Organisationen, die das Arbeiten unterwegs unterstützen. Die stelle ich euch später mal genauer vor.

Wwoofing steht für „Willing Workers on Organic Farms“, also freiwillige Helfer für Bio-Farmen. Jedes Land hat dazu eine eigene Website oder ein Buch. Bio ist jetzt nicht unser Hauptaugenmerk, aber natürlich und gesund gefällt uns. Nach einer Woche allein on Tour, haben wir  ein paar Farmen angeschrieben. Halt nein, vorher haben wir uns noch registriert. Das muss man leider in jedem Land extra erledigen. Das ist für uns ein bisschen schade und teuer. Immerhin waren das in Italien 70 € für beide zusammen. Ich habe erst nur mich angemeldet, aber unsere Gastfamilie hat tatsächlich gefragt. Kein Ding, Alex wurde einfach noch fix nachnominiert.

Der Kontakt zur Wwoofing-Organisation war sehr zuverlässig, ich habe schnell eine Antwort bekommen. Sicherheitshalber habe ich nochmal nachgefragt, ob es ein Pärchen – Rabatt gibt. In Italien leider nicht. Nun gut, es ist hoffentlich gut investiertes Geld, damit der Service so gut bleibt.

Ankunft auf der Wwoofing-Farm

Unsere Host-Familie hat schnell geantwortet und wir sind noch schneller hin gedüst. So standen wir früh um Sechs auf dem Hof bereit. Sonst aber irgendwie kein anderer. Irgendwann kam ein bärtiger Italiener raus getapst, der uns mitteilte, dass die Hofchefin noch schläft. Bärtiger Mann: Abgang. Mh. Alex ist eine Runde spazieren gegangen und ich habe noch ein mal eine Stunde geschlafen. Dann kam der Bärtige wieder, um die Tiere zu füttern. Ansonsten absolute Ruhe auf dem Hof. Bärtiger ab.

Eine Stunde später erschienen zwei freundliche Männer, die sogar Deutsch sprechen. Nun kam so langsam Licht ins Dunkel, die Hofbesitzerin wurde angerufen und erschien tatsächlich eine Stunde später. Sie verwies uns an ihre Tochter, da sie heute bis Abends weg müsse. OK.

Sara ist sehr nett und spricht gutes Englisch. Sie hat uns einfach mitgenommen zum Weidezaun aufstellen. Und war dann weg. Gut, wir also den Zaun allein aufgebaut. Wir haben schnell bemerkt, dass sie heute den Hof alleine schmeißen muss. Außerdem klingelte permanent das Telefon und Käse musste sie auch noch nebenbei machen. Wir sind dann zu den beiden netten Männern hochgegangen, um ihnen im Garten zu helfen.

Der erste Tag war  etwas konfus, aber interessant. Abends haben wir dann mit Elisabetta, was die Besitzerin von “La Fonte” ist, ein paar Details geklärt. Hund darf nicht ins Haus, also schlafen wir weiter in Hokey. Alex muss auch Wwofermitglied sein, Check. Sarah fängt immer frühestens um neun an, sie selber eigentlich um sieben. Momentan aber eher nicht.

Unsere täglichen Aufgaben

Es hat sich dann folgende Routine entwickelt. Um sieben geht Alex die Kuh, die Esel und den Schaf- und Ziegennachwuchs füttern, lässt die Hühner, Enten und Gänse raus und sammelt Eier ein. Dann gehen wir mit Katie ein Stück, frühstücken und warten auf Sara. Dann geht es zum Melken. 8 Schafe und 11 Ziegen. Das macht sehr viel Freude, sie sind leicht zu melken, sehr freundlich und die erste Woche hatten wir durchgehend Sonnenschein.

Mann melkt Ziegen
Alex beim Ziegen melken.

Da wir hier in den Bergen sind, also viel hoch und runter laufen, haben wir Huuuuuunger! Echt jetzt! Zum Mittag wird gekocht und alle essen gemeinsam. Es ist reichlich und wird in Ruhe genossen. So 1-2 Stunden gibt es sozusagen Pause. Der Kaffee schmeckt hier natürlich auch hervorragend. Frühstück und Abendessen kümmern wir uns alleine. Ende der Woche habe ich ein Brot gebacken, worüber sich Alex sehr gefreut hat. In der Regel gibt es hier kein frisches, sondern nur getrocknetes Brot wie Crissini. Lecker, aber eben nicht frisch. Ansonsten ist das Essen mediterran und größtenteils vom Hof (Süßigkeiten sind leider Mangelware – ich habe jetzt mal Alex losgeschickt, um einen italienischen Lidl zu plündern).

Die Farm “La Fonte” bedeutet “Die Quelle” und hat natürlich auch ihre eigene Quelle. Mittlerweile haben Sara und Elisabetta Monti ihren eigenen Laden, indem sie ihre Bio-Marmelade, Käse, Obst und Gemüse verkaufen. Örtliche Schulen und landwirtschaftlich Interessierte können sich anmelden, um bei Elisabetta etwas zu lernen.

Nachdem es sich gut eingespielt hat, wir schon einiges voneinander lernen konnten und es natürlich Spaß macht, werden wir nun in Woche zwei starten. Heute hatten wir, nach den täglich Aufgaben ein bisschen frei und sind zu Fuß losgezogen.  Seht selbst:

 

Der Start nach Italien

Wie ging es weiter, nach unserem super Start?

Wir sind von Mutti losgedüst in Richtung Alpen. Dort haben wir noch einmal ein Abendessen bei meinem Papa abgefasst. Alex wollte aber unbedingt in Österreich aufwachen. Also sind wir bis Nachts 23 Uhr weiter getuckelt, haben einen ruhigen Platz am Waldrand gefunden, wo wir geschlafen haben. Der Blick früh war gigantisch. Hohe Berge türmen sich vor unseren Augen auf. Alex war überwältigt (lest hier  seine eigenen Worte und Gedanken). Auf der Weiterfahrt wollte das Ganze gar nicht mehr aufhören. Immer wieder staunte er über die hohen Berge.

Da wir uns dringend die Beine vertreten mussten, suchten wir nach einem schönen Ort, abseits der großen Straße. Am Achensee fanden wir ihn und stiefelten los. Fast umrundet haben wir diesen riesigen und glasklaren Bergsee. Katie hatte dann mal Vollmontur an, da es ganz schön steinig war. Da konnten wir mal die Schuhe trainieren. Auf dem Rückweg durfte sie dann ohne alles gehen, da sie ein bisschen knülle war. Es war recht viel Input, nach 2 Tagen langweiligem Auto fahren.

Nun stand für uns fest, wir wollen endlich Italien erreichen. Vollgepumpt mit frischer Luft wollten wir mit Hokey weiter düsen. Doch sie hatte ein komisches Schleifgeräusch im Motor. Also los, Werkstatt suchen. Per Ferndiagnose konnte uns Andreas, unser super-Mechaniker, leider nicht helfen. Im Renault Autohaus fanden wir einen freundlichen und kompetenten Mann, der uns dann zu einem VW Werkstatt schickte, da er natürlich keine Ersatzteile hat. Auch dort wurden wir freundlichen aufgenommen und Hokey liebevoll behandelt. Erstmal gucken alle etwas kariert, wenn wir mit dem doch etwas betagt aussehenden Auto ankommen. Aber sie trägt uns eben zuverlässig durch die Gegend. Nun ohne Servolenkung, da die Servo-Pumpe kaputt ist. Ersatzteil war nicht da, also kurzerhand den Riemen raus gemacht und Armmuskeln angespannt. Alex ist super gefahren.

Jetzt sitzen wir auf einem Campingplatz (da absolut kein Wald/Feld oder irgendein ruhiger Weg zu finden war) und können nach Venedig schauen. Dort werden wir gleich hinfahren, diesmal mit der Fähre. Alle sprechen hier Englisch und Dogs are Welcome. Italiener sind meine Freunde:-) Wir üben schon ein paar Brocken italienisch, aber Sätze sind noch nicht drin. Das wird aber noch, hab ich mir fest vorgenommen.  Wir haben Ersteinmal Venedig erkundet:

Ab heute werden wir auch ein bisschen vorausplanen, denn die letzten Tage waren anstrengend und auch ein bisschen teuer. Also Weg und Ziel werden geplant, damit wir noch ausreichend Zeit haben uns günstig hinzustellen und zu versorgen.

Unsere Finanzen werden wir nach 4 Wochen mal zeigen und auch für uns selber damit dokumentieren, um den Überblick zu halten. Die Reise soll ja noch lange weitergehen. Wie wir an Geld kommen, wird auch in einem extra Post folgen, ich interessiere mich auch immer sehr dafür, wie andere ihre Reise bzw. ihr Leben finanzieren. Ich denke, auch wir haben unseren Stiefel gefunden. Damit sollte dann auch das Gerücht verfliegen, dass wir ab jetzt jahrelang Urlaub machen oder gar reich sind. Das ist nämlich nicht der Fall. Leider. Obwohl …ohne ein bisschen Regen macht Sonne ja auch keinen Spaß. Nicht wahr?

Das war es Ersteinmal zu den ersten drei Tagen. Wir fahren nun weiter und berichten bald wieder.