Archiv der Kategorie: Planung

Wie geht unsere Reise weiter?

 

Vor allem geht sie endlich weiter!

Die lange Zeit des Wartens ist nun vorbei. Ich stecke mit beiden Ohren in der Planung oder eben nicht Planung.

Planung heißt bei mir ja nur, dass ich alles lese, was ich zwischen die Finger bekommen und mir quasi noch mehr Appetit hole, auf unser Reiseziel.

Wie und wo ich das mache, zeige ich euch hier: Tolle BlogPosts, die ich euch empfehlen kann.

Von Off-the-path: eine Rundreise durch Schottland

Just-travelous: Die Highlands in 5 Tagen

Und natürlich unter unseren Buchempfehlungen, da ist aber meist alles quer Beet dabei.

Nun zurück zu unserer Reise. Großbritannien lässt uns einfach nicht los und deswegen steht gerade Schottland auf dem Plan.

Mich hatte es ursprünglich nicht so sehr gereizt, doch nachdem wir Wales und den Snowdonia Nationalpark gesehen haben und Alex mir immer wieder die Highlands, die Rinder und sonstige Dokus darüber gezeigt hat, habe ich quasi klein beigegeben.

Nein, im Ernst, meine Neugier ist geweckt.

Wir können uns auch gar nicht so recht entscheiden, wo wir genau hinwollen, denn es gibt echt viel zu entdecken und zu erkunden.

Deswegen habe ich mich dazu entschieden wieder ein bisschen bei Workaway zu schauen, ob etwas passenden dabei ist. Auch die Stellenangebote werden gewälzt, vielleicht ist etwas für Alex dabei. Wieder hautnah in einen Betrieb reinschnuppern zu können wäre wirklich toll.

Wie lange wollen wir in Großbritannien bleiben?

Wie immer wissen wir das natürlich nicht so genau. Wenn es uns jedoch gefällt, werden wir wahrscheinlich bis Dezember bleiben.

Das wird einfach nicht so fest geplant, mal sehen was kommt.

Was wir in GB erleben wollen

Hoffentlich lernen wir wieder viele interessante und nette Menschen kennen. Wir sind gespannt, wie der Winter in Schottland ist und wie die Highlands, Lowlands und alles dazwischen aussieht.

Die ein oder andere Insel möchte bereist werden und mal sehen was wir noch alles finden.

Wenn jemand tolle Tipps für uns hat, dann her damit. Schreibt uns in den Kommentaren oder eine e-Mail.

Was ist noch neu?

Wie vielen sicher schon aufgefallen ist,  ist unser Jahr kein Jahr der Pläne. Eher ein Jahr der Planänderungen. Doch das ist okay, zumindest für uns.

Es ist alles auch eine Entwicklung und Entdeckung. So wie wir uns das am Anfang gedacht, haben wir es eben aus vielerlei Gründen nicht umgesetzt.

Nun saßen wir hier Abends in unserer gemütlich Hütte in Meck-Pomm, dabei wurde eine ziemlich offensichtliche Sache einfach einmal beim Namen genannt.

Wir bereisen noch nicht die Welt. Wir bereisen Europa. Autsch.

Auf der anderen Seite, haben wir immer wieder selbst festgestellt, was wir hier alles noch nicht gesehen haben.

Fliegen ist für uns nun noch in weiter Ferne, da ich es für Katie einfach nicht möchte. Also haben wir uns unbewusst, bewusst die Ziele hier gesucht. Fasziniert sind allemal von den tollen Ländern um uns herum.

Deswegen gibt es jetzt offiziell noch die Ansage zur Planänderung: Wir reisen mit Hund und unserem Auto Hokey durch Europa.

Wenn es mal darüber hinaus geht: toll! Wenn nicht: auch kein Problem.

Wie geht es weiter?

Ich schreibe bald den Countdown aus, wann es genau losgeht. Ich kann es kaum noch erwarten.

Wir wünschen euch eine tolle Woche, bleibt fröhlich!

P.S.: Wer immer auf dem Laufenden bleiben will, darf sich gern in unseren Newsletter eintragen. Da gibt es einmal im Monat die Neuigkeiten und Berichte in geballter Form. Spam und Weitergabe deiner Daten findet natürlich nicht statt!

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7 Tipps für deine Reiseplanung

Wie kannst du dich vorbereiten, damit deine Reise auch wirklich schön wird?

Wir hatten schon einmal darüber berichtet, wie man NICHT  plant. Wir sind auch immer noch nicht die Planer. Um genau zu sein, überhaupt nicht. Ich, Sandra, bin jedoch gern über das Land informiert. Über das was mich an Land, Leuten und Infrastruktur erwartet. Die Anreise wird natürlich geplant. Es muss eben auch immer Hunde gerecht sein.

Jedes Land hat seine Besonderheiten, seine Eigenheiten und Sehenswürdigkeiten. Um besser entscheiden zu können, wo wir hinwollen, lese ich darüber. Das heißt nicht, dass wir wirklich dahin fahren. Aber ich habe mir einen Überblick verschafft, wo was ist und wo es sich vielleicht lohnt hinzufahren.

Meist ist es so, dass wir auf der Fahrt wo auch immer hin, uns dann über unsere Vorstellungen und Wünsche austauschen. Da ich auch die Anfahrt plane, habe ich dann schon einen peil, wo wir rauskommen und welchen Ort wir als Erstes anpeilen.

Wenn es uns unterwegs irgendwo besser gefällt dann bleiben wir da. So war es zum Beispiel in Wales. Wir verließen Irland, weil sich so gar nichts Passendes ergab. Schnell eine Fähre gebucht und ab nach Großbritannien. Ich kam nicht dazu, irgendetwas zu lesen, da es so schnell ging und ich wenig Empfang hatte.

Als wir dann von Holyhead ins Landesinnere starteten, hatten wir kein Ziel und keinen Plan. Wir staunten Bauklötze direkt aus dem Fenster raus, hoffentlich gab es keine Unfälle nach uns.

Wir waren im Snowdonia Nationalpark. Toll sah die Landschaft aus. Mehr konnte ich nicht herausfinden, da ich kein Netz hatte. Wir hielten also in der nächstgrößeren Stadt an, die alle Infos für die Touris bereithielt. Wandern, klettern und Erholung findet man hier. Ich bin im Paradies, also fast. Internet fehlt, denn ich musste arbeiten.

Eine spannende und wunderschöne Gegend, für die wir viel zu wenig Zeit hatten und unbedingt noch einmal besuchen wollen. Wales hat eine sehr witzige Sprache, die wir später auch noch öfter hören durften.

Ohne Planung kann man also auch schöne Orte entdecken. Dafür ist natürlich Zeit sehr hilfreich, denn wir hatten keine für unsere Entdeckung.

Das war ein kurzer Einblick in unser spontanes Reiseleben. Doch ein paar Sachen gibt es, die ich eben auch vorbereite und die auch für dich wichtig sind. Ein, zwei Dinge sind ebenfalls hilfreich, um spontan zu bleiben und trotzdem tolle Orte zu sehen.

Wichtig ist, dass du herausfindest, was du für ein Typ bist. Stress und Sorgen vor der Abreise müssen nicht sein.  Und vermiesen einem auch irgendwie das los reisen. Das Gleich gilt für unterwegs. Stress ist sowas von unnötig im Urlaub, wie ein Furunkel am Auge.

Lass uns starten. Hier findest du unsere 7 Tipps für deine Reiseplanung:

Tipp 1: Mit wie viel Geld kannst du wo und wie lange hin?

Check deine Finanzen, denn die bestimmen doch maßgeblich wo und wie lange du reisen kannst. Gut für die Dauer hat wahrscheinlich dein Chef noch eine Stimme. Aber die Stimme deines Bankkontos ist lauter.

Das Geld bestimmt zusätzlich zur Dauer auch das Ziel Beziehungsweise das eine bedingt das Andere. Eine teure Anreise verkürzt vielleicht die Aufenthaltsdauer.

Wir wählen zum Beispiel gern unbequeme, dafür sehr günstige Reisezeiten. Fähren sind Nachts besonders günstig, Flüge kosten früh morgens und spät Abends nicht so viel. Insgesamt gilt, je flexibler du bist, desto besser kannst du auf Angebote reagieren.

Tipp 2: Impfungen und andere organisatorische Dinge (Visum, Versicherung und Papiere)

Nicht in jedem Land musst du dich um so viel Orgakram kümmern. Doch wer zum Beispiel in den kommenden Herbstferien ins Warme will, muss schon etwas weiter weg. Und da kann schon das ein oder andere wichtig sein.

Brauchst du einen bestimmten Impfschutz? Das kann dir in vielen Fällen schon dein Hausarzt sagen. Zur Not schickt er dich tatsächlich zum Tropenarzt. Eine tolle Beratung gibt es auch in den Globetrotter Filialen.

Ansonsten weiß Dr. Google darüber schon viel, ob und an wen du dich wenden kannst.

Gängige Impfungen wie Tetanus, Hepatitis A und B sollten schon drin sein. Beziehungsweise die Impfdiskussion müssen wir nicht hier führen. Es kann jeder für sich selber festlegen, wie viel er impft.

So, nächste Frage: Visum? Mach dir nicht so einen Stress deswegen. Schau, ob du für dein Reiseziel eines benötigst und dann beantragst du es. Oft gibt es auch ein Visum on arrival. Das wird also ausgestellt, wenn du ankommst.

Wenn du mehrere Länder bereist, dann besorgst du dir nur das Visum vom ersten Land. Die folgenden Visa organisierst du unterwegs, in den Botschaften. Alles ganz einfach.

Dann noch mein Lieblingsthema: Versicherungen! Auch da gehen die Meinung pro Person und Reiseziel auseinander. Die einen haben gar nichts, die anderen alles.

Deine Krankenversicherung kann dir schon am Telefon sagen, ob und wo und wie du im Ausland versichert bist. Das ist schon echt sinnvoll, sollte tatsächlich einmal etwas passieren.

Wenn etwas passiert und du hast keine Unterlagen dabei oder hast vorher nichts abgeschlossen, dann gilt: Ruhe bewahren! Du wirst trotzdem behandelt und du landest danach auch nicht im Knast, weil du irgendwelche Kosten nicht bezahlen kannst.

Viele fühlen sich wohl damit, wenn sie eine Versicherung abschließen, die einen nach Deutschland zurückbringt.

Kommen wir zu den wichtigen Dingen: Die Papiere!

  • Personalausweis
  • Geldkarte und Kreditkarte
  • Führerschein (ggf. international)
  • Krankenversicherungsausweis
  • Reisepass
  • TAN-Nummer oder per SMS-Tan einstellen
  • Handykarte/ SIM-Karte
  • Ticket ausdrucken oder mobil mitnehmen

Darüber darfst du dir eingehend Gedanken machen, dass du nichts vergisst, wie du sie aufbewahrst und wo du zur Sicherheit Kopien davon hast. In einer Cloud zum Beispiel, dann kannst du von überall her zugreifen.

Tipp 3: Verkehrsmittel

Das ist für mich ein wichtiges Thema. Ich weiß gar nicht genau warum. Für mich ist es interessant zu wissen, wie die Infrastruktur ist, wie sind die Autofahrer drauf und wie kann man eventuell mal mit Öffis eine Stadt erkunden oder sich nach einer langen Wanderung nach Hause kutschieren lassen.

Besonders wichtig: Darf der Hund mit?!

Zweiter wichtiger Punkt, wie kommen ich an Tickets? Das hat uns in London überrascht, denn die super günstigen Tickets gibt es im Laden. Nicht beim Busfahrer.  (so günstig, da hat die Stadterkundung noch mehr Freude gemacht)

Tipp 4: Routenplanung

Das ist etwas, das bei uns meist in die Hose geht. Auch Freunde fragen oft, wo es hingehen soll. Wir zucken mit den Schultern. Mal sehen. Eventuell da und da hin. Jap. So sieht es  aus. Ist aber Typsache.

Wenn du dein Reiseziel hast, dann empfehle ich dir dich über das Land zu erkundigen und schlau zu machen. Alles andere findet sich von allein. Vielleicht buchst du noch deine erste Unterkunft, dann kannst du ausgeschlafen die Gegend erkunden.

Reise langsam und aufmerksam. Rede mit Einheimischen, die haben die besten Tipps auf Lager.

Ansonsten lass dich doch einfach inspirieren!

Bedenken solltest du das Wetter. Mitten in der Regenzeit im Urwald ist vielleicht nicht das Richtige. Ich schaue auch nach den Saison Zeiten. Ich bin gern da, wenn die anderen nicht da sind. Spart Geld und Nerven.

Tipp 5: Gibt es Internet?

Klingt jetzt wieder doof und als würde man die ganze Zeit online unterwegs sein. Doch es geht tatsächlich auch um das Reisen. Spontane Planungen gehen oft gut und einfach im Internet. Außerdem kannst du dort die Preise vergleichen.

Manch anderer kann seine Arbeit mitnehmen, das hat Vor- und Nachteile. Doch meistens benötigt man eine Verbindung. Also einfach vorher mal abchecken. Auch SIM-Karten kann man sich nach Hause schicken lassen, dann muss man nicht erst vor Ort suchen.

Tipp 6: Organisiert packen, aber ohne Drama

Du bist in der Welt, nicht aus der Welt. Was auch immer du vergisst, wahrscheinlich brauchst du es nicht wirklich, sonst hättest du es nicht vergessen, oder du kannst es vor Ort nachkaufen.

Nimm nicht zu viel mit. Lege all deine Sachen aufs Bett, checke, ob alles dabei ist und dann pack es in den Rucksack. Fertig. Kein Drama. Vorhang bitte!

Für die Inspiration und die Listentypen unter uns, findest du hier eine Allrounder Packliste, für jede Gelegenheit was dabei. Zum Ausdrucken und abhaken.

Tipp 7: Loslegen!

Wie bei allen Sachen macht es auch hier die Übung. Je öfter du reist, desto leichter wird es dir fallen. Ich mache keine Listen mehr, aber sehr wohl noch diese Gedanken, die ich dir hier aufgeschrieben habe.

Wenn in der Liste etwas fehlt, dann lass es uns wissen. Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn du ihn teilst!

Viel Freude beim vorfreuen bis zum Reisestart.

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Die Landwirtschaft und wir – eine never ending Story!

Ich weiß nicht, ob ihr es schon wusstet…die Landwirtschaft bedeutet uns sehr viel. Ein Großteil unserer Gespräche drehen sich darum. Egal wo wir lang kommen oder was wir machen, Alex erkennt und benennt die Böden, das Getreide oder die Rinder. Und schon sind wir wieder im Thema.

Natürlich reden wir auch viel darüber, da die Landwirtschaft auch unsere Zukunft ist. Irgendwann werden wir wieder einen eigenen Hof haben.

Doch wo und wie und was wollen wir machen?

Nun gibt es für mich noch viel zu lernen (für Alex auch, wann ist man schon einmal fertig mit lernen?) und gemeinsam entwerfen wir einen Plan, der ökologisch und biologisch gut ist. Wir wollen so natürlich wie möglich arbeiten, die Natur schonen, die Böden fördern, eine tolle Ernte haben und möglich wenig chemische Belastung.

Genau dazu dient auch die Zeit, die wir hier miteinander haben. So viel Zeit, Eindrücke und Erfahrung, die uns in den Gesprächen voranbringen. So können wir unseren Plan ausarbeiten bis ins kleinste Detail, um genau richtig ansetzen zu können, wenn es mal so weit ist.

Das klingt natürlich super toll und nach top vorbereitet. Wir sind uns bewusst, dass dann immer noch genug Unwägbarkeiten kommen und das es sowieso immer anders läuft als geplant. Wir wollen uns jedoch sehr sicher und gefestigt sein, in unserem Ziel mit unserem neuen Hof.

Ich wünsche mir, dass das unser gute Beitrag für diese Welt sein kann. Das wir der Natur ein Stück zurückgeben können, was wir ihr schon genommen haben. Hoffentlich sehen es dann viele Leute, denen das etwas bedeutet, die uns unterstützen und auf diesem Zug mitfahren.

Denn wir sind natürlich keine Vorreiter. Es gibt schon so viele gute Ansätze von denen wir profitieren. Wir können bei solchen großen Unternehmen wie zum Beispiel Demeter spicken. Wir holen uns Ideen bei der Permakultur ab. Auch im Tierbereich hat sich viel getan, sodass es schon einige Milchbetriebe gibt, die die Kälber bei den Kühen lassen und mit den geringeren Ertrag rechnen.

Genau diese Ideen wollen wir sammeln und für uns den richtigen Weg finden. Natürlich müssten wir meinetwegen keine Milch und /oder Fleisch herstellen. Aber die Welt möchte und meint, dass sie diese Produkte braucht. Deswegen finde ich es nicht sinnvoll, wenn ich mich hinstelle und sage Nö, machen wir nicht, weil ihr braucht das  nicht. Wer bin ich denn, dass ich das festlegen könnte? Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Deswegen ist unserer Ansatz, dass wir es so gut wie möglich für die Umwelt, so Tierfreundlich wie es geht (Ich liebe Kuhkomfort!) umsetzen wollen. Die Balance zu finden, dass man trotzdem davon leben kann, ist schwer. Denn die großen Betriebe legen da ein Tempo, eine Technik und auch einen Preis vor, für kleine Betriebe, bleibt da nicht viel.

Die großen Flächen und Tierbestände haben jedoch Nachteile, denen man deutlich entgegensteuern muss!

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich übrigens ein Telefonat. Familie Neumann hat mich ausgefragt über unsere Reise und Vorreise Planung und Entscheidung. Während ich ihnen ein Ohr ab kaute, ist mir bewusst geworden, wie viel sich um die Landwirtschaft dreht. Schon von Anfang an und die ganze Zeit. Also für uns.

Dann war ich mir gar nicht sicher, ob das hier schon so herausgekommen ist. Deswegen habe ich mir gedacht, teile ich mit euch unsere Gedanken, Pläne und Träume. Für mich war das irgendwie so klar, aber unsere Gedanken, explizit zu dem Thema habe ich meiner Meinung nach so noch nicht aufgeschrieben.

Momentan steckt Alex auch in der Ernte in einem großen Betrieb. Wir können wieder viel beobachten und Analysieren. Natürlich gibt es da tolle Technik, die wirklich sehr angenehm ist. Der John Deere 8530 mit stufenlosem Getriebe ist wundervoll für Alex Knie, das nicht so belastet wird, da er nicht schalten muss.

Oder die Mähdrescher, wo der Fahrer nur drin sitzt und aufpasst, da der Drescher allein fährt! Sicher ein Fluch und Segen zugleich.

Technik hilft viel in der Landwirtschaft, aber die Basics sollten nicht vernachlässigt werden. Wenn die Elektronik mal kaputt ist oder ausfällt aus irgendwelchen Außerirdischen Gründen, was ist dann? Von den Reparaturkosten einmal abgesehen? An unserem alten Traktor oder an unserer Super Hokey (Ihr erinnert euch – unser Auto?) kann Alex so viel selber reparieren und bauen, das geht mit der Technik nicht mehr. Das muss kosten technisch natürlich drin sein.

Ansonsten hat der Betrieb Riesen Getreideschläge. Wirklich riesig. Man kann das Ende nicht sehen. Doch was bedeutet das für den Boden? Es gibt Verwehungen, dass der Boden immer weniger wird. Das wird dann künstlich wieder aufgeschüttet. Die Qualität der Ernte leider, da bei den derzeitigen Wetterbedingungen spät geerntet werden kann.

Was wir auch beobachtet haben, dass das Wild, das in den Feldern gelebt hat, bei der Ernte ziemlich ratlos ist, wohin. Denn die Felder sind so groß und der nächste Wald so weit weg, dass sie nicht wissen, wie sie dahin kommen sollen, wenn überall laute und große Maschinen sind. Und überhaupt, nun haben wir ihr Haus eingerissen, was wird denn aus ihnen? Viele kleine Füchse und Rehe haben wir getroffen. Darüber machen wir uns momentan Gedanken, wie man es für die Tiere gestalten kann. Für Ideen und Gedanken sind wir natürlich offen.

Im Gegensatz dazu hat uns Irland und Wales sehr gut gefallen. Kleine Schläge (große gab es natürlich auch, aber Irland sehr sehr selten, in Wales schon mehr), dazwischen Hecken oder Mauern. Ja sicher bedeuten Umrandungen auch Schatten und geringerer Ertrag, aber was haben wir davon, wenn wir die Natur ausbeuten und kaputt machen für immer mehr und mehr. Wir haben so viel und ernähren damit noch nicht mal die ganze Welt (obwohl wir es könnten!). Das ergibt doch alle keinen Sinn!

Jedenfalls, zurück zum Thema. Irland und Wales hat auch kleine Schläge und große Technik. Das funktioniert auch. Die Milchkühe dürfen auch jeden Tag raus, das ist gut für Kuh und Milch. Klar macht es Arbeit, aber immerhin wollen wir etwas von den Tieren und wir sollten doch eigentlich auch gute Milch wollen, oder nicht?

Der Betrieb in Wales jedenfalls hat sich die Mühe gemacht und alle 300 zu melkende Tiere durften jeden Tag raus, das war wirklich sehr schön!

Was ist uns noch wichtig für unseren eigenen Hof?

So blöd das vielleicht klingt, aber es soll noch genügend Zeit für uns sein! Unsere Beziehung ist uns sehr wichtig. Eine Beziehung braucht Pflege, Zeit und Liebe. Das gehört für uns dazu und wird einfach ganz nüchtern in den Betriebsplan mit eingerechnet.

Klar, Alex kommt nahezu ohne Schlaf aus, ich jedoch nicht. Auch für ihn sollte das natürlich nicht Ziel, bis ewig zu ackern. Das Ziel ist unser Bauernhof Leben leben zu können, mit allem was dazu gehört. Wir also ebenso.

Auch die Vernunft hat schon angeklopft. Was ist, wenn Alex mal krank oder verletzt ist? Es sollte also tatsächlich nur so viel Arbeit sein, dass ich sie auch eine Weile allein bewältigen kann.

Wahrscheinlich kommt sowieso alles anders als gedacht und geplant. So ist es ja die ganze Zeit bei uns. Nichtsdestotrotz sind das die Gedanken und Gespräche die bei uns so stattfinden.

So, nun muss ich aber los. Ich werde Alex im Traktor Gesellschaft leisten. Vielleicht darf ich auch mal selber fahren. So 400 PS sind bestimmt toll unterm Popo!

 

Bleibt fröhlich und bis bald!