image_pdfimage_print

Während ich das hier schreibe, sitze ich in dem einzigen Pub von Dungeness (nicht, dass die paar Einwohner mehrere Pubs bräuchten). Das Britannia Inn wirbt damit und ich versuche nun die Eindrücke festzuhalten.

Die Idee, an diesen Ort zu fahren, kam mir einfach bei der Betrachtung der Landkarte. Dungeness piekt nämlich heraus, wie ihr hier sehen könnt.

Und wenn ich am Strand von Dymchurch stehe, konnte ich in der Ferne die Landspitze und zwei große Klötze sehen. Meine Vermutung lag bei Hafen, aber ich da lag ich sehr falsch, wie ich herausgefunden habe.

Navi an und los gehts. Doch als ich hier ankam, sah alles komisch aus. Ein Haus hier in gekleckst, dann da drüben noch eins. Alles war gut zu sehen und doch nicht recht zu fassen.

Wenn man flach steigern möchte, ist Dungeness das Superlativ und die Häuser künstlerisch-verschroben-verfallen und schwarz-bunt.

Ich habe keine Ahnung warum dieses Haus komplett schwarz ist. Wer das weiß, möge mir bitte schreiben, es interessiert mich sehr. Ich habe nicht viele Häuser fotografiert, da überall um Privatsphäre gebeten wird.

Das kann ich verstehen, da bei dieser Flachheit jeder alles erspäht und die Touristen quasi am Küchenfenster vorbeilaufen. Ich bin ja prinzipiell neugierig und fand es interessant mal ein bisschen hereinschauen zu können. Wenn ich mir jedoch die Hauptsaison vorstelle, dann fühle ich mit den Bewohnern.

Der Ort, also der wirklich kleine Ort hat nicht viel, aber zwei Leuchttürme gehen schon. Außerdem eine industrielles Riesengebäude (dazu später) und Meer. Ach und die Eisenbahn. Doch eins nach dem anderen.

Ein Leuchtturm für Dungeness ist nicht genug!

Zwei Leuttürme kann man sehen, einen besichtigen und erfährt:

Doch auch zwei Leuchttürme sind nicht genug. 1615 wurde der erste Leuchtturm errichtet, der dem zweiten weichen musste, da die Küstenlinie sich so sehr veränderte. Auch der Kies wurde immer mehr (Dungeness hat den längsten Kiesstrand auf der Welt) und so musste der dritte Leuchtturm her. 1901 wurde Nummer 4 gebaut und abgelöst von Nummer 5, der Touristenattraktion “The old Lighthouse”.

Die Industrie, wie ich sie oben schnöde genannt habe, ist ein Kernkraftwerk. Beziehungsweise davon gibt es auch zwei. Diese stehen mitten in einem Naturreservat, weil sie eine Sondergenehmigung bekamen (ich spare mit an dieser Stelle meine Meinung dazu). Allerdings muss man wahrscheinlich zu Gute halten, dass dieses Werk den Strom für ganz Südengland produziert. Optisch ist jedenfalls nicht der Hit.

Die niedliche Romney, Hythe and Dymchurch Eisenbahn

Gegenüber des alten Leuchtturms findet man den Bahnhof. Doch dies ist kein normaler Bahnhof, sondern er gehört ganz allein der niedlichen und kleinen Eisenbahn, die durch die Marsh fährt.

Ich habe keine Ahnung von Eisenbahnen, kann mir aber vorstellen, dass die Bahner-Herzen frohlocken bei einer 15 Zoll Eisenbahn aus dem Jahre 1927. Eine weitere Besonderheit ist, dass diese Eisenbahn ganzjährig fährt und ein öffentliches Verkehrsmittel darstellt. Nix Touri-Attraktion. Wie fährst du zur Arbeit?

In Dungeness ist quasi Ende, hier dreht der Zug rum und fährt die Strecke nach Hythe zurück.

Dieses alte Fischerdörfchen ist irgendwie besonders. Neben den Fischerbooten stehen die Häuser der Künstler. Dazwischen eine Weile nichts. Der Wind weht mir um die Nase und es ist zauberhaft. Durch die Fabrik im Hintergrund fühlt es sich komisch an. Verzaubert real?

Die Muse kommt mit dem Wind

Früher wohnten hier nur Fischer und ihre Familien. Doch später suchten auch Künstler die Ruhe und Einsamkeit. Wahrscheinlich weht der stetige Wind die Muse herbei.

Einige Häuser stellen auch draußen aus, so dass ich auch einen Einblick hatte.

Verschiedene Persönlichkeiten lebten hier schon oder haben die Gegend als Fotomotiv verwendet.

Vögel stalken im Naturreservat leicht gemacht

Im Dungeness Naturreservat kann man verschiedene Vogelarten beobachten. Durch Holzhütten, mit Fenstern und Sitzbänken, lässt es sich gut aushalten, auch wenn es stürmt.

Mir haben besonders gut die Wissenstafeln gefallen, da ich keine Geduld und auch kein Fernglas hatte, um auf die Vögel zu warten.

Ich habe nämlich erst vor Ort festgestellt, dass der Hund nicht mit darf. Natürlich nur in diesem speziellen Teil. Die Runde ist etwa 45 Minuten lang, wenn man nicht lange stehen bleibt. So hat Katie kurz im Auto gewartet und durfte dafür später mit mir der Ort erkunden und zum Strand gehen.

Die längste Steinküste der Welt

Ich finde, das klingt beeindruckend. Leider habe ich keine Erfahrungswerte gesammelt, wie sich die längste Steinküste der Welt anfühlt, da es sich wirklich nicht toll läuft.

Da man wahrscheinlich mit uns Touristen Mitleid hat, wurde extra ein Steg gebaut, der zum Meer führt.

 

Südengland hat noch viel mehr zu bieten, wie man auch bei Tea & Scones lesen kann. Auf Simones Food & Travelblog rundum Großbritannien dreht sich besonders viel um Südengland. Einen kleinen Einstieg gibt es hier. Seit Simone mit ihrem Mann englischer Herkunft zusammen ist, ist ihre Liebe zu dieser Insel quasi explodiert. Doch lest selbst!

Zum Schluss gibt es hier noch meine Runde im Naturreservat bei den Vögeln, zum nachspazieren ich habe die App Komoot genutzt):

Erzähle es anderen, wenn es dir gefallen hat.