Geplant war meine erste große Solo Reise für Mai. Also ich meine ein langer Roadtrip nach Frankreich und in Frankreich. Allein. Nur mit mir.

Doch auch als Reisender hat man manchmal Verpflichtungen in der alten Heimat. Deswegen blieb nur eine Woche, die ich unterwegs sein konnte.

Es sollte eine Zeit sein, in der ich mich mal wieder selbst beschnuppern wollte. Ich wollte wissen, ob ich noch mit mir allein sein kann. Außerdem sollte meine doch recht schlechte Meinung über Frankreich nochmal überprüft werden (und das habe ich auf jeden Fall geschafft).

Als ich noch in Deutschland auf Besuch war, ging es meiner Oma schnell schlechter und es wurde noch Lungenkrebs diagnostiziert. Das der nicht erst seit gestern da war, war mir klar. Und als immer mehr Knochen brachen, wusste ich, dass ich nirgends hinfahre. So konnte ich meine Oma einfach nicht alleine lassen.

Also wurde aus meinem kurzen Heimatbesuch ein 3 wöchiger Aufenthalt mit Händchen halten, traurig sein und am Schluss die Beerdigung.

Es ging dann alles ziemlich schnell (vielleicht nicht schnell genug, aber die Medikamente haben gewirkt). Sie hatte wenig bis keine Schmerzen. Mein Vater und ich waren beide am Tag, an dem sie eingeschlafen ist, nochmal da und haben sie gestreichelt und gedrückt. Auch wenn keine Reaktion mehr kam, denke ich, dass sie uns gespürt hat.

Die Beerdigung war sehr schön. Der Pfarrer hat eine zu Tränen rührende Rede gehalten und ich konnte mich gut Verabschieden. Meine Oma hatte ein langes Leben, mit vielen Erfahrungen und sicher auch schweren Zeiten. Insgesamt hat sie jedoch alles mitgenommen und mitgemacht, erlebt und überhaupt gelebt…

Auch als Reisender, digitaler Nomade oder wie auch immer man uns nennen mag, hat man Familie, Freunde und eine Vergangenheit, die man nicht einfach abstreifen kann.

Beziehung auf Entfernung

Das was ich vorher schon befürchtet hatte ist eingetreten. Alex hat mir unendlich gefehlt und wir sind defintiv keine Fernbeziehungstypen. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich in Frankreich unterwegs gewesen wäre. Das hätte für mich zumindest mehr Ablenkung und gute Laune gebracht. Vielleicht auch nicht.

Mir blieb nun noch eine Woche, bis Alex sowieso nach Deutschland kommen wollte. Diese habe ich dann endlich für meinen Roadtrip genutzt. Mein urspürngliches Ziel, die Bretagne, hatte ich schon abgeschrieben, da ich nun nicht mehr so weit weg wollte. Auch meine Stressressistenz war gen null.

Doch das war letztendlich wirklich schön, weil ich nicht jeden Tag irre viel gefahren bin. Ich glaube, ich habe dadurch mehr gesehen und war mit Katie viel zu Fuß unterwegs. Ich versuche hier mal meine Route zu zkizzieren: Zum nachmachen und Inspiration bieten.

Ankunft am Bodensee

Mein Startpunkt oder erster Zwischenstopp, wie man es auch immer nennen will, war in Mühldorf am Inn. Dort habe ich endlich mal den lieben Mario besucht (ein wundervoller Mensch, der mir besonders in den letzten 5 Jahren eine große Stütze war und mir sehr viel Sicherheit gegeben hat, nicht allein auf dieser Welt zu sein *Danke*).

Dann ging die Tour endlich los und ich bin am Bodensee gelandet. Wie immer: Auf der Karte gesehen und beschlossen hinzufahren.

Der Bodensee besteht eigentlich aus zwei Seen, den Obersee und dem Untersee. Der Obersee wird auch als Bodensee bezeichnet. Meine Anlaufstelle war Friedrichshafen, wo mir leckere Erdbeeren in den Schoß gefallen sind und ich einen Hundestrand gefunden habe.

Bodensee mit Hund

Hier gibt es einen kleinen Wald, der zum Strand führt, öffentlichte Toiletten und einen Parkplatz (ich habe, da nicht viel los war, den Parkplatz der Schule genutzt)

Nachdem Katie und ich den großen See und das wirklich klare Wasser bestaunt haben, ausreichend spazieren waren, haben wir uns einen Schlafplatz für die Nacht gesucht.

Die Regeln beim Wild Campen sollten eingehalten werden, also alles sauber hinterlassen, nicht lärmen und freundlich sein.

Am nächsten Morgen legten wir noch einen kurzen Abstecher in Meersburg ein. Morgenspaziergang, Frühstück und Einkauf erledigen.

Meersburg am Bodensee

Und dann ging es straff nach….Frankreich.

Endlich habe ich es nach Frankreich geschafft

Schon bevor ich nach Deutschland aufgebrochen bin, habe ich mich auf meinen Roadtrip gefreut. Dann musste ich noch viel Geduld an den Tag legen. Doch umso emotionaler war diesmal die Ankunft in Frankreich.

Instagrampost Frankreich

Dank Instagram kann jeder sehen, wo ich gerade bin.

Ich fuhr also in Frankreich ein und bestaunte die Landschaft, die sich gleich von ihrer besten Seite zeigte. Strahlend blauer Himmel, ein paar Puffwölkchen und Sonne dazwischen. In der Ferne konnte ich Berge erkennen. Bei einem Spaziergang mit Katie schaute ich auf die Landkarte und pickte einen prominenten Ort im nächsten Naturpark raus.

Das Ziel hieß also: Wildpark Parc naturel régional des Ballons des Vosges -Gérardmer.

Doch da sollte ich nicht ankommen, denn schon vorher raubte mir ein See den Atem. So landete ich am Lac Longemer. Dieser begrüßte mich freundlich, mit kostenlosem Parkplatz, Toilette, hundefreundlich, mit wenig Menschen und Internetempfang.

Mein restlicher Tag sah also so aus:

Die Wanderung ist leider kürzer augefallen, als geplant. Erst habe ich den Einstieg nicht gefunden (was nicht so schlimm war, da ich einfach Komoot gefolgt bin), doch dann kam ein ziemlich heftiger Regenguss. Den habe ich noch genutzt, um komplett in den See zu springen. Nass war ich sowieso und so habe ich noch fix die Haare gewaschen…

Tag 2 meines Roadtrips in Frankreich

Der Tag neigte sich nun dem Ende zu und ich brauchte noch einen Schlafplatz. Wild Camping ist in Frankreich verboten. Das bedeutet, dass es keine schlaue Idee ist, in der Nähe von Camping Plätzen und auf einem öffentlichen und kostenlosen Parkplatz stehen zu bleiben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass da die Polizei gucken kommt ist vor allem in der Hauptsaison sehr hoch. (Achtung, das war ein Tipp ;-))

Feldwege gehen gut in Frankreich.

Und dann brach Tag 2 an. Morgentoilette, Morgenspaziergang mit Katie und dann neues Ziel aussuchen. Nachdem der erste Park so ein Erfolg war, dachte ich: Never change …und so. Ich probiere es gleich nochmal. Park Parc Naturel Régional de la Forêt d’Orient heißt also Ziel 2.

Diesmal habe ich schon von vornherein den See angepeilt. Und wieder gab es eine Überraschung: Baden verboten. Uff. Aber die Aussicht war spitze.

Als nächstes bin ich nach Denvielle gefahren, da es dort einen Strand gibt, inklusive Hundestrand, Jetski fahren, Bootshafen und Café. Auch der Ort ist sehr niedlich mit einer Pizzaria und einem Café.

Diese Nacht hatte ich irgendwie nicht so viel Glück mit dem Schlafplatz. Ich bin zu spät losgefahren und dann bin ich permanent durch Ortschaften geirrt. Letztendlich habe ich im Gewerbegebiet geschlafen. Das geht immer und ist auch ruhig. Wenn du das auch einmal machen musst, dann achte darauf, nciht direkt im Feld einer Kamera zu parken. oft sind ganz am Ende der Gewerbegebiete Wendeschleifen. Da kommt keiner und überwacht ist es dort auch nicht.

So hatte ich eine ruhige Nacht und konnte mich auf den nächsten Tag freuen.

Tag 3

Am dritten Tag sollte es nämlich in ein AirBnb gehen, da ich ein bisschen mehr Arbeit zu erledigen hatte, für die ich auch eine stabile Internetverbindung benötigte und einen ruhigen Ort.

Mein Ziel hieß Ardres. Und die Unterkunft ist direkt an einem See (Überraschung). Etang d’ardres.

Meine Hosts sind eigentlich aus England, leben aber lieber in Frankreich. Ein weiterer funny Fact: Sie arbeiten ab und zu in dem Ort, in dem wir momenten leben. Annie und Mike haben es wunderschön hergerichtet und sich superlieb um mich gekümmert, auch wenn ich mal wieder eher für mich allein blieb. Für ein paar Gespräche hatten wir dann doch noch Zeit.

Wenn du auch einmal irgendwo unterkriechen möchtest, dann kann du gern diesen Link für die Buchung deines ersten AirBnbs benutzen. Wir bekommen beide eine kleine Belohnung dafür.

Erste Amtshandlung nach Ankuft: den See gesichtet. Überraschung again. Man darf nicht drin schwimmen…echt jetzt? Es war sowieso zu kalt.

Zweite Amtshandlung: Wanderung um den See. Geht nicht, also nicht ohne großen Umweg.

Dann habe ich erstmal meine Behausung bezogen und Pläne für die nächsten Tage geschmiedet. Doch davon erzähle ich dann nächste Woche.

Fazit

Ich kann immer noch sehr gut mit mir alleine sein, auch wenn Alex mir gefehlt hat. Es ist anders allein. Es ist auch schön. Es ist einfach mit mir sein.

Frankreich ist ein wunderschönes Land, die Natur und die Menschenleere hat mich sehr beeindruckt. Es wird auf jeden Fall mehr Frankreich geben, für uns und für euch hier auf dem Blog.

Teile doch gern deine Frankreich – Geschichte mit uns. Wo warst du schon und was hast du erlebt? (Auch wir brauchen ab und an Inspiration)

Erzähle es anderen, wenn es dir gefallen hat.