Ich saß am Strand und fing an wie eine Sirene zu quietschen, hüpfte wie Rumpelstilzchen und konnte mich überhaupt nicht beruhigen.

Es war so überraschend und ich war mir zuerst gar nicht sicher, was ich genau sah.

Also schlich ich von links nach rechts, strengte meine Maulwurfaugen an und grübelte.

Doch tatsächlich schwamm da eine Robbe. Beziehungsweise ein Seehund, wie sich später herausstellte.

Ja, er war weit weg und ja ich sehe voll mies und ja! Meine Kamera ist auch mies.

Aber ich habe ihn gesehen, die Knopfaugen und das Schnäuzchen und es war soooooo schön. Mein erstes mal Live so ein schönes Tier gesehen.

Das war zwar nicht unser Treffen, aber Katie hat sich ähnlich verhalten…Hätte ja sein können, dass der Seehund spielen möchte! ©pixabay/Counselling

Nachdem ich ein paar Tage allein und wildcampend unterwegs war, musste ich mich dann irgendwo festsetzen. Die Arbeit rief und so brauchte ich stabiles Internet. Da ich immer noch meine Ruhe wollte, habe ich auf AirBnb nach sicherem Internet und Ruhe gesucht. Es hat geklappt, ich bin bei Annie und Mike in Ardres gelandet.

Das Weltweit gefährlichste Nadelöhr

Ich fühlte mich sofort wohl in dem tiny House von Annie und Mike. Die Dusche ist natürlich wunderbar und fühlt sich noch besser an, wenn man sie einige Zeit entbehrt hat.

Frisch geduscht war ich bereit, die Gegend zu erkunden. Der Norden Frankreichs ist sehr spannend und am Ärmelkanal ist auch einiges los.

Wie ich auf den Norden kam…

Auf englischer Seite leben wir nah am Meer und nur eine halbe Stunde von Dover entfernt. Außerdem nutzen wir bisher zur Überfahrt immer die Fähre, da sie kostengünstiger als der Tunnel ist. Die Fähre verkehren aller zwei Stunden nach Dünkirchen und Calais. Während der Fahrt kann man sich ausruhen, essen, fernsehen, lesen oder rausgucken.

Wir hatten bisher nur einmal Wellengang, dass uns übel war. Ansonsten keinerlei Probleme und auch Katie, unser Hund, kommt gut klar.

Doch die Überfahrt ist nicht zu unterschätzen. Dieses Nadelöhr der Nordsee ist eine der gefährlichsten Meeresengen weltweit. Auch der Schiffsverkehr ist enorm. Neben den Fähren verkehren hier Tanker, Containerschiffe, Segelboote…

Nord pas de Calais

Das war uns so noch nicht bewusst, aber diese Doku zeigt das echt super. Mich haben eher die Strände und die schöne Küste angelockt. In England sind es die White Cliffs und auf französischer Seite lachen dir Sandstrände entgegen.

Willkommen bei den Sch´tis

Kennst du die Sch´tis? So nennt man die Menschen hier oben in Frankreich und in dem gleichnamigen Film werden alle Klischees bedient. Klischees sind jedoch eben Klischees und ich habe die Menschen hier, als sehr freundlich und nett kennengelernt. Den Film kann ich dir sehr empfehlen, sehr lustig und herzerwärmend.

Nicht nur die Menschen waren hier sehr freundlich, auch die Gegend ist toll. So besuchte ich zuerst Wissant, dann Ambleteuse und das Cap Griz Nez.

Wissant ist ein niedlicher kleiner Ort, den ich mit Katie umrundet habe. Am Strand war alles voll mit Kitesurfern, da wollte ich mich Hund nicht dazwischen herumspringen.

Die Franzosen im Norden sind sehr hundefreundlich. Auch wenn Hunde offiziell am Strand zur Hauptsaison verboten sind, sagt keiner was, wenn du deinen Hund trotzdem mitbringst. Solange niemand gestört wird. Es gibt aber auch Hundestrände, wie in Ambleteuse.

Cap Griz Nez

Ja, es ist ein Touripunkt. Ja, da sind andere Menschen. Ja, da sind auch Menschen mit Hunden.

Aber! So ein toller Blick, Geschichte und Natur. Ich bin zweimal hingefahren, weil es mir so gut gefallen hat.

Hier ist übrigens ein weiterer Überwachungspunkt des Ärmelkanals. (Wird auch oben in der Doku erzählt)

Es werden zwar keine Befehle erteilt, aber es wird beobachtet und kommuniziert und darauf hingewiesen, was vor sich geht, um Unfälle zu vermeiden.

Ambleteuse

Zum Schluss mein absolutes Leckerstück. Hier war es einfach einfach nur schön. Hier haben wir Zeit verbracht. Seehunde beobachtet. Uns den Wind um die Nasen wehen lassen.

Ich hoffe, die Bilder unterstützen meine gefühlsgetränkten Erzählungen, die kaum einen Faden finden können. Wir haben einfach einen Ort gefunden, wo wir sein konnten. Die Welt, das Wetter, die Gegend haben einfach auf uns gewirkt und Frankreich hat mich endlich in seinen Bann gezogen.

Erzähle es anderen, wenn es dir gefallen hat.