Eine Reise als Paar – Tipps und Tricks!

Gemeinsam Reisen, also für eine lange Zeit ist definitiv etwas anderes als ein gemeinsamer Urlaub. Wenn der Urlaub in eurer Beziehung schon ein Highlight ist, dann könnte es durchaus auch eine Langzeitreise werden. Denn es bringt wirklich viele Vorteile mit sich so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Ist man nicht genau dafür ein Paar?

Ich muss ehrlich zugeben, ich komme nicht gut klar damit, wenig Zeit mit einem geliebten Menschen zu verbringen. Es tut mir weh, wenn er nicht da ist und wenn er dann wieder da ist, fällt es mir schwer, sofort alle Mauern wieder fallen zu lassen. Eventuell bin ich da aber auch ein bisschen kompliziert.

Wir haben das Glück eigentlich viel Zeit miteinander verbringen zu können. Nicht nur durch das Reisen, auch vorher schon, da wir beide zu Hause gearbeitet haben. Momentan ist es leider so, dass wir nicht ganz so viel zeit haben, da ich nicht die ganze Zeit mit auf dem Hof rum springen kann, auf dem Alex arbeitet. Also ich kann schon, aber es müssen auch andere Dinge erledigt werden und ich habe mir auch eigene Ziele gesetzt. (NaNoWriMo zum Beispiel). Jedenfalls sind wir dadurch bisschen in die normale Arbeitsfalle gerutscht. Aber wir rudern schon wieder entgegen.

Die Bestellung auf dem Feld ist bald vorbei und dann ist wieder deutlich mehr Zeit. Dafür existieren schon einige Pläne, doch wie viele von euch wissen, die uns schon länger verfolgen, gibt es meist Plan A, B und C und wenn wir dann loslegen entscheiden wir uns sowieso für D. Deswegen will ich gar nicht so viele Ankündigungen machen, nur so viel: in naher Zukunft werden die Ziele auf der Insel liegen und in etwas ferner Zukunft geht es hoffentlich über den großen Teich! (Hoffentlich können wir unsere Hokey mitnehmen!).

Ok, genug der Vorrede. Eigentlich wollte ich nur darauf hinaus, warum ich euch heute etwas über das Reisen als Paar erzählen möchte! Wir haben es gemeinsam einige Monate miteinander ausgehalten und dabei interessante Erfahrungen gemacht. Außerdem fehlt es uns jetzt so sehr 24 Stunden miteinander zu verbringen, dass ich einfach ein bisschen in Erinnerung schwelge und euch daran teilhaben lassen möchte. Los geht’s !

Reisen als Paar ist fantastisch!

Ganz klar hat man extrem viel zeit zusammen. In der Regel 24 Stunden, wenn keiner einen Spaziergang allein macht. Diese Zeit ist so kostbar und selten, wenn man in einem geregelten Alltag steckt, deswegen sollte man sie auf jeden nutzen und genießen.

In dieser Zeit lernt man sich auch noch einmal ganz anders kennen. Nicht nur durch die viele Zeit, die man gemeinsam hat, sondern auch durch die Erfahrungen, die man auf Reisen macht. Man erlebt gemeinsam ein unglaubliches Abenteuer und erfährt über sich selbst und den Anderen eine Menge.

Die gemeinsamen Erinnerungen halten ewig. Noch mit 80 Jahren kann gemeinsam schwelgen. “Weißt du noch Hans-Peter, als wir in Italien am Strand lagen… Da war dein Po noch runzel frei!” “Ja ja, Gertrude, deine Knie auch!”

Oder lieber so: “Ach Hans-Peter, weißt du noch, damals in Italien, als wir am Strand liebe gemacht haben?” “Ja ja, Gertrude, da war mächtig viel Sand im Getriebe!”

Die Herausforderung als Paar auf einer Langzeitreise

Natürlich hat die viele gemeinsame Zeit und die vielen Herausforderungen und Erlebnisse auch eine dunkle Seite. Es ist anstrengend, man kann sich nicht oder schlecht aus dem Weg gehen, man hat Hunger und ist gereizt, Krankheit oder absolute Überforderung stehen zur Debatte.

Alles hat zwei Seiten, also auch das gemeinsame Reisen. Doch es sollte niemanden davon abhalten, denn wirkliche Probleme sind das nicht. Es sind Aufgaben, die man gemeinsam meistern kann und muss. Genau daran wächst man als Paar, genau deswegen lernt man sich kennen. Nicht bei Friede, Freude, Sonnenstrahlen am Strand mit Cocktail in der Hand und jeder Menge Kohle für den Urlaub. Sondern vom Regen durchweicht, es ist kalt, alle Läden haben geschlossen und das Geld ist zu knapp für das einzige Hotel in der Nähe.

Es gibt ein paar Erkenntnisse, die ich euch mitgeben kann. Eigentlich gelten sie nicht nur für das Reisen, sondern für jegliche Partnerschaft. Denn auch der Alltag zu Hause ist ein Abenteuer mit besonderen Herausforderungen. Oder was meint ihr?

Tipp 1: Miteinander reden!

Ihr müsst unbedingt über Wünsche und Erwartungen reden. Wenn ihr erst irgendwo seid und einer dann total unglücklich ist, dann wird es auf jeden Fall große Grütze!

Zum Beispiel war uns am Anfang nicht klar, wie sehr Alex seinen Beruf braucht! Da musste ich eine ganz schön lange Zeit so einen Trauerkloß mit herumschleppen, der eigentlich zu nichts richtig Lust hat. Puh, das machen wir nicht noch einmal!

Ich hingegen benötige auf jeden Fall Zeit zum Schreiben, Fotografieren und lesen. Sonst werde ich ziemlich grillig.

Das sind unsere Wünsche. Wir suchen uns Ziele, wo wir Zeit dafür haben, wo wir einen Bauernhof erkunden können und erst dann kommt quasi der Rest, wie Sightseeing, Entspannung oder Sport.

Redet vor der Reise und auch während der Reise darüber, wie ihr reisen möchtet! Schnell, langsam, was braucht ihr momentan?

Und wenn Probleme auftauchen, dann besprecht sie sofort. Es wäre schade, wenn die Atmosphäre durch mitgeschleppte Sorgen vergiftet wird. Je eher man darüber redet, desto eher, kann man alles lösen.

Tipp 2: Grenzen akzeptieren, jeder erreicht sie einmal

Jeder hat seine eigene Grenze, für alles. Respektiert die Grenze des Anderen. Ich mag zum Beispiel keine großen Menschenmengen, Lärm jeglicher Art und wenn ich müde bin, bin ich eine fürchterliche Beifahrerin, die die ganze Zeit erschrickt und Achtung ruft.

Seit großzügig miteinander und versucht Verständnis zu haben.

Tipp 3: Keine festen Pläne

Wenn alles von vorn bis hinten durchgeplant ist, bleibt wenig Raum für Entwicklung. Man verändert sich unterwegs und auch die meisten Ziele und Wünsche entstehen während man reist. Niemand weiß wie es vor Ort ist, denn die Empfindungen sind eben doch individuell. Auch die Tagesform, das Wetter und noch irgendwas spielen mit hinein.

Wir empfehlen grobe Planungen, die sich jederzeit abändern lassen. Spontane Pausen oder Ruhetage sollen jederzeit mögliche sein. Reisen kann sehr müde machen!

Tipp 4: Zeit allein

Bevor man sich an die Gurgel geht und vielleicht auch bevor man diese Grenze herausfindet, sollte bewusst Zeit allein verbracht werden. Zeit mit sich allein ist wichtig, auch wenn mir hier Alex nicht so sehr zustimmt, denn er ist jemand, der das offensichtlich nicht braucht.

Ich hingegen schon. Meine Gedanken kann ich nur allein ordnen, um in mich hinein zu fühlen, benötige ich Zeit und Ruhe. Schon vor unserer Reise wusste ich, dass ich ab und zu allein sein muss. Doch wie man das auf einer Reise gestaltet war mir nicht klar.

Ein weiterer Stolperstein ist, dass es mir schwer fällt, um diese Zeit zu bitten. Nicht nur die Bitte fällt mir schwer, sondern auch zu gehen. Ich möchte ja eigentlich nicht ohne Alex sein. Aber eine gewisse Zeit eben doch. Doch mich dazu zu zwingen, wenn es eigentlich noch nicht dringend ist, fällt mir schwer. Wie gesagt, ich bin ab und an etwas anstrengend 😉

Was haben wir über uns herausgefunden, während unserer Reise?

Wir haben auf jeden Fall gelernt den anderen schnell zu lesen. Wir erkennen kleinste Anzeichen einer Missstimmung oder Unwohlsein. Wir können besser und eher sagen, was wir fühlen und was wir wollen.

Sicher haben wir uns bei Müdigkeit und Hunger angezickt. Doch wir gehen gelassener damit um. Ein Sturkopf in der Beziehung mag zu ertragen sein, aber zwei! Das haben wir schnell gelernt, dass wir beide über unseren Schatten springen müssen. Am Anfang war ganz schön lange Funkstille. Das fetzt einfach nicht und kostet uns viel zu viel unserer wertvollen gemeinsamen Zeit. Und ob wir nun nach 3 Stunden oder nach 5 Minuten lachen und den anderen knuffeln, ist auch egal. Das Ergebnis ist das Gleiche.

Wir erkennen unsere Sturheit schneller und können viel eher darüber lachen. Man nimmt sich selbst nicht mehr so wichtig.

Das hat auch den Vorteil, dass man wieder zuhören kann und schneller zum Ziel kommt.

Wahrscheinlich ist es noch mehr, doch oft fällt einem das nicht mehr so auf oder ein.

Habt ihr noch Tipps auf Lager oder andere Erkenntnisse einer Reise mit eurem Liebsten? Wir freuen uns von euch zu hören und zu lesen!

Bleibt fröhlich und bis nächste Woche!

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