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Liebe Mutti!!!

Heute ist es vier Jahre her, das du aus deinem Leben gerissen wurdest. Aus deinem und meinem. Du warst ein Fixpunkt in meinem Leben, ein Dreh- und Angelpunkt.wüste

Wann immer etwas war, ich wollte es dir erzählen. Das will ich immer noch. Jedem Tag vergesse ich wieder, dass du nicht mehr da bist. Und dann fällt es mir ein.

Ich spüre dich in mir, ich erinnere mich an dich und doch fehlt deine physische Präsenz so unendlich doll.

Einmal habe ich dich im Traum getroffen und du hast mich umarmt. Es war schwierig dich zu umarmen, du warst so zart. Deinen Geruch habe ich in der Nase. Als ich aufwachte konnte ich dich noch spüren.

Ich möchte dich noch so vieles fragen. Wie war das damals mit mir, was hast du da getan? Wie hast du meine wahnsinnig anstrengende Pubertät ausgehalten?  Es wäre so wundervoll dich an meiner Seite zu haben.

Ich denke heute an das schreckliche Ereignis, dass dich herausgerissen hat. Dieser Tag geht mir immer wieder durch den Kopf. Während mein Tag wunderschön mit deinem Enkel dahin trieb, hattest du Angst. Oder Wut?

Warum bist du nicht gegangen? Warum hast du mich nicht angerufen? Warum habe ich es nicht aus deinen Nachrichten gelesen?

All das ist heute, vier Jahre danach, immer noch so präsent. Ab morgen sind es Gott sei Dank wieder die Gedanken an dich, die Geschichten und die Erinnerungen.

In meinem Leben gibt es so viele Momente, die ich mit dir teilen möchte, auswerten, auslachen und gemeinsam erleben. Mittlerweile kann ich es aussprechen und sage, dass dir das gefallen hätte oder wie gern ich es dir erzählen möchte. Natürlich weiß ich, dass du in diesen Momenten bei mir bist.

Ich spüre dich.

Aber manchmal reicht das eben nicht.

Am Arsch mit dem Spüren und Wissen und erwachsen sein. Wieder zu dir fahren zu können, in deine Geborgenheit, dass wäre mein Wunsch.

Vielleicht würde ich dafür sogar dem Teufel meine Seele verkaufen. Aber der hat sich mir noch nicht vorgestellt.

Ich vermisse dich und ich liebe dich! Bleib bitte noch in meiner Nähe – ich brauche dich!Sandras Mutter

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Mein Vertrauen ist kaputt

Es wird mir die letzten Tage wieder bewusst, wie schwierig es immer noch für mich ist, Fremden zu vertrauen.

In der Regel macht man sich nicht viel Gedanken darüber, wenn man einen Menschen trifft, man hat ein Bauchgefühl oder einen Riecher. Entweder wir mögen jemanden oder er kommt uns komisch vor. Vielleicht können wir ihn nicht riechen. Ein Mensch ist uns unsympathisch. Dabei weiß das Gehirn jedoch was es tun soll. Sehen, Scannen, einordnen.

Das war und ist noch ein bisschen kaputt bei mir. Als es kaputt ging, war es richtig schlimm. Ich bekam Kopfschmerzen und Herzrasen. Ich war verwirrt, was ich mit dem Menschen machen sollte. Und hatte Angst mich zu irren.

Was ein mir bekannter Mensch meiner Mutter angetan hat, hinterlässt Spuren. Sie sind da, immer. Auch wenn ich mein Leben aktiv und scheinbar “normal” führe. Die Trauer ist immer dabei. Sie ist ein Teil von mir. Dieses Wirre in meinem Kopf ist da.

Die Schubladen klemmen, habe ich einmal gesagt.

Ich bin hier in dem neuen Haus, eine neue Wwoofing Farm, neue Menschen. Alles scheinbar so nett, liebevoll und perfekt. Mein Kopf scannt, hat Angst, traut sich nicht die Menschen in Ruhe in eine Schublade zu packen. Immer wieder nehme ich Aussagen, Gesten auseinander, beobachte sie.

Das ist gar nicht böse gemeint, ich mache das auch gar nicht bewusst. Meist fällt es mir erst auf, wenn ich Kopfweh habe. Dann kann ich es etwas herunter fahren. Mich ein wenig ablenken und den Scanner ausblenden.

Wir wissen nicht, was im Kopf der Menschen vor sich geht. Manchmal wissen sie es selber nicht. Aussagen wie:”Ich könnte ihn umbringen!”, funktionieren für mich wie eine Alarmglocke. Es ist nicht witzig und auch nicht einfach daher gesagt. Manche Menschen machen das wirklich! Einfach so aus heiterem Himmel. Oder wahrscheinlich doch nicht. Man übersieht nur viele Anzeichen, da man an so etwas doch gar nicht denkt. Ist er eben ein bisschen cholerisch. Er ist in seinem früheren Leben ab und zu ausgerastet. Er hat scheinbar ein paar Geheimnisse, redet über Dinge etwas verschwommen. Was solls. Denkt man.

Hätte ich doch mal, denke ich jetzt. Hätte sie doch mal. Doch man hat nicht. Man vertraut, manchmal hört man auch auf Alarmglocken nicht, weil man vertrauen will. Meine Mutter wurde ermordet, von ihrem Lebensgefährten. Sehr brutal. Wie soll ich Menschen noch vertrauen?

Manchmal weiß ich es auch nicht. Momentan sind solche Tage. Es ist wunderschön hier und die Menschen sind sehr, sehr freundlich und offen. Sind sie es wirklich, fragt mein Kopf?

Ich muss darüber reden, es aussprechen und nicht in meinem Kopf hin und her drehen. Ich muss es Alex erzählen, brauche seine Einschätzung dazu, die hilft mir.Mit ihm darüber zu reden hilft mir sehr, weil er mich nicht verurteilt. Ich mag nicht komisch angeschaut werden.

Vier Jahre sind nun vergangen. Diese Woche wäre ihr Geburtstag gewesen. Diese Woche werde ich mir mehr Zeit nehmen, um an die schöne Zeit zu denken. Damit möchte ich ihren Geburtstag feiern und die Erinnerung halten. Dankbar sein.Sandras Mutter

Neuigkeiten von der vor-Weltreise-Planung

Wenn etwas passiert, dann natürlich meist alles auf einmal. Es war jetzt wieder eine Weile ruhig bei uns, da wir so normale Dinge wie arbeiten, Kinder bespaßen, essen, schlafen und Freunde treffen gemacht haben. Das ist nicht spannend genug um es mit euch zu teilen. Aber jetzt…tam tam tam tam, Trommelwirbel und so weiter und so fort.

Die größte Neuigkeit

Die größte und bewegendste Neuigkeit für uns ist: das Haus ist verkauft. Puh. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht, dass all unsere Bedingungen erfüllt werden und das es so schnell geht.  Ach, und das alles klappt. Bis heute Vormittag war es noch spannend, da die Bank noch nicht ihr endgültiges ok gegeben hatte. Zwei Stunden vor dem Notartermin war es jedoch so weit und wir waren sehr erleichtert. Nun musste nur noch die Hürde der Unterschrift genommen werden.

Da sitzt man vor so einem Blatt Papier, die Luft schwirrt bedeutungsschwanger. Kurz blitzt der Gedanke auf, kann ich denn überhaupt noch zurück? Will ich zurück? Neeeeein, wir wollen in die Welt hinaus und die Weltherrschaft an uns reißen. (The Pinki and the Brain Titelmusik läuft im Hintergrund).

Krakel gesetzt und nun? Jubel, traurig, Alkohol, Schokolade? Wir wissen es nicht, es muss sich Ersteinmal setzen. Wir befinden uns gerade in einem Schwebezustand.

Denn in den letzten Tagen war eher Vorfreude das vorherrschende Gefühl, dass wir vielleicht und tatsächlich bald los können. Was können wir da alles machen, was wollen wir als Erstes machen? Wohin gehts als erstes?

Und nun. Schwebezustand. Wir gehen auf die Couch und lassen das mal auf uns wirken.

Die zweitgrößte Neuigkeit

Neuigkeit ist vielleicht das falsche Wort, aber es war für mich auch auf jeden Fall ein Meilenstein. Bis zum 25.2. habe ich gedacht, es ist kein Problem und ich habe es schon für mich abgeschlossen. Oder so. An diesem Tag wurde jedenfalls eines meiner Pferde abgeholt.

Pferd
Connemara Pferd Sky

Sky hat mich 2 Jahre meines Lebens begleitet. Er war mir Halt und Seelentrost in einer schwierigen Zeit. Er war auch ein gutes Lehrpferd für mich. Ein super schönen Charakter, aufgeschlossen und freundlich. Seine Bewegungen sehen toll aus, aber sie waren sehr geschummelt, was ihm Arthrose beschert hat. Wir konnten also gemeinsam lernen, was Gesundes laufen bedeutet (Danke an Babette Teschen und Lisa Kittler). Dank ihm konnten auch viele meiner Schüler große Fortschritte im Reiten, sehen und verstehen machen. Vielen Dank dafür und vielen Dank Jenny, die mir das ermöglicht hat. Der Abschied war dann doch etwas tränenreich. 

Pferde
Meine Drei von der Tankstelle

Die dritte Neuigkeit

Es gibt nun Routen. Eine große und zwei kleine. Wir denken, damit sind wir dieses Jahr gut versorgt. Ihr könnt ja mal hier schauen.

Die vierte Neuigkeit

Es gibt weitere Ausstattung. Katie hat Schuhe und einen Rucksack bekommen. Im Rucksack soll sie ihre eigenen Sachen tragen, wie Futter, Wasser, Schuhe und irgendetwas was mir jetzt noch nicht einfällt. Ich habe in einigen Foren nachgelesen, was andere für Erfahrungen gemacht haben. Besonders für die Alpenregion. Danach habe ich mir bei Amazon die Produkte durchgelesen.

Produkte von Amazon.de

Mir war wichtig, dass das Geschirr gut sitzt und die Taschen nicht rumwackeln. Gern hätte ich abnehmbare gehabt, bei denen man das Geschirr nicht abnehmen muss, aber da habe ich dann auf das finanzielle geschaut. Wir probieren nun erst einmal diesen. Bei den Schuhen hat mich das Profil, die geringe Höhe und das leichte anziehen überzeugt.

Produkte von Amazon.de

Und in den Bewertungen stand drin, dass diese nicht drehen oder abrutschen. Da gab es viele andere Modelle, bei denen das nicht selbstverständlich war. Socken habe ich mal dazu genommen, da ich von Hufschuhen schon weiß, dass es in der Gewöhnungsphase angenehmer ist.

Hund mit Rucksack
Katie mit neuem Rucksack
Hund mit Rucksack
Die Begeisterung ist ihr deutlich anzusehen.

Hier noch ein kleines Video von Katie. Die Schuhe sind auch noch ein bisschen ungewohnt, aber sie schlägt sich tapfer.

 

 

Außerdem wissen wir nun was wir mit Hund wollen und was nicht. Wir haben uns noch einmal viele Gedanken darüber gemacht, was gut für sie ist, womit wir uns wohlfühlen und worauf wir verzichten können. Darüber sollten man sich bewusst sein, bevor man mit einem Tier auf Reisen geht. Geholfen hat mir dabei der Artikel von bravebird. Ich möchte Flüge vermeiden, wenn es geht. Und wir können eben nur dort hin, wo Katie erwünscht ist. 

Das soll nun genügen. Wir machen uns an die Details, wie Rucksack packen, die letzten Sachen ausräumen und verschenken und natürlich die genau Routenplanung. Die Reisepässe müssen noch abgeholt und Katie geimpft werden. Dann kann es wahrscheinlich losgehen.

Was denkt ihr, sollen wir noch eine Verabschiedungsrunde oder ein Abschiedstreffen mit allen Freunden machen? Ich mag irgendwie nicht bedrückt und traurig beeinander sitzen. Oder wird es gar nicht so?

p.S.: Wieder eine Buchempfehlung von mir. Ich lese gern, wie euch vielleicht schon aufgefallen ist.