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Friede, Freude, Eierkuchen – Urlaub!!!

Im Urlaub und auf Reisen ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Das kennt ihr bestimmt aus eurem eigenen Urlaub oder Reisen?!

Auf einmal verbringt man wahnsinnig viel Zeit miteinander, es fehlen aber die Rahmenbedingungen eines Alltags. Manchen Menschen fällt das leichter, andere haben damit große Probleme.

Das musst du für einen Friede, Freude, Eierkuchen – Urlaub tun.

Im Falle eines normalen Urlaubs sollte man vorher über Erwartungen sprechen oder am besten keine haben. Jeder hat doch meist eine Vorstellung, wie er den Urlaub beginnen möchte. Das sollte man seinen Mitreisenden mitteilen. (Das Gleiche gilt natürlich für jegliche Arten der gemeinsamen Unternehmung, also auch für eine längere Reise. )

Der eine benötigt vielleicht 3 Tage Strand und Lesezeit, um nach dem hektischen Alltag herunterzukommen. Andere wollen sich sportlich betätigen, raus in die Natur, Action oder ihrem vernachlässigten Hobby nachgehen.

Wenn das geklärt ist, ist die erste Hürde bereits geschafft.

Für den weiteren Urlaub gilt reden, reden, reden.

Doch was tun, wenn es nicht so Friede, Freude, Eierkuchen läuft, wie man sich das wünscht?

Dieser Fall ist bei uns eingetreten. Wir waren eine Woche auf dem Wild Atlantic Way in Irland unterwegs und wollten dann eigentlich wieder auf einer Farm  einkehren.

Doch es fand sich keine. Wir haben es wieder über wwoofing und workaway versucht, doch für den Sommer waren wir diesmal zu spontan und alle waren ausgebucht.

Dann haben wir die Stellenanzeigen durchwühlt, aber für eine „normale“ Arbeit reichte die Zeit nicht so richtig. Und so wirklich wollten wir das nicht, wir wollten irgendwo gemeinsam arbeiten.

Als in Irland scheinbar alle Möglichkeiten ausgeschlossen waren, beschlossen wir weiter zu ziehen. Großbritannien interessiert Alex sehr und nach London wollten wir doch sowieso. (Harry Potter Museum)Filmstudios London Winkelgasse Harry Potter

Wir haben in Irland also noch schnell einen Tierarzt aufgesucht, denn Katie brauchte ihre Rückreisepille (Ein- und Ausreise Bestimmung Groß Britannien).

Auch für die Farmen in GB über workaway bekamen wir nur absagen. Wir hatten echt die Nase voll.

Während wir so durch Wales fuhren und uns schon mächtig in der Wolle hatten, fuhr Alex auf einmal auf eine Farm und sprach den Farmer an. Dann verwies er auf mich und teilte mir mit, dass ich dem netten Herren jetzt erklären durfte, was wir wollen.

Ich bin sehr rot geworden!

Der Farmer hat auch ein bisschen irritiert geguckt, was die beiden Deutschen da eigentlich von ihm wollen. Er dachte bestimmt, dass wir ihn veräppeln.

Aber tatsächlich braucht er Hilfe, da einer seiner Arbeiter sich krank gemeldet hat und die Silage Ernte ansteht. Alex sollte am nächsten Morgen um acht wiederkommen.

Er dachte sicher nicht, dass wir wirklich kommen. Keiner kannte den Namen des anderen. Aber Alex war pünktlich da und wurde sofort mitgeschleift.

Ein paar Stunden später saß er auf dem Traktor und tobte über die Felder. Endlich war er wieder glücklich! – Friede, Freude, Eierkuchen.

Wir haben also gelernt, dass Alex nach mehr als einer Woche ohne Traktor/Tier/Arbeit sehr unleidlich wird. Außerdem sollte Sandra sich nicht alles zu Herzen nehmen.

Das wichtigste jedoch, was wir gelernt haben: EINFACH FRAGEN! 

Natürlich hatten wir sehr viel Glück, dass es gleich so gepasst hat.

Bis hierher war es eine anstrengende Woche für uns. Wir waren immer hin und her gerissen, zwischen Antworten abwarten, Farmen ansprechen, unser eigenes Ding machen. Total chaotisch.

So ist es doch immer mal. Egal ob man auf Reisen ist, im Alltag oder in einer Neu-Findung. Das Motto lautet Ruhe bewahren und im Zweifel mal eine Entscheidung treffen!

Es ist ein abgedroschener Spruch, aber er ist sehr wahr. Ruhe bewahren! In sich gehen und atmen. Dann klappt es auch wieder mit dem Nachbarn ;-).

Habt ihr auch schon solche Situationen erlebt, wo ihr mit eurem Partner zickig umgeht, obwohl ihr das gar nicht wollt? Man weiß gar nicht so recht warum und auch nicht was man schnell dagegen tun kann?

Wir freuen uns über Kommentare und likes. Bleibt doch bei uns (Newsletter), es wird bald einen Beitrag über das Thema Milch und Milchfarm geben. Ein Thema, was uns sehr beschäftigt, Angesicht der Haltung der Tiere und Milchgenuss.

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Unsere Top 3 der negativen Dinge in Irland

Nach so vielen schönen Bildern und Geschichten über Irland, sehen wir der Realität einmal ins Auge. Irland ist kein Wunderland, sondern besitzt auch ein paar Schwachstellen. Wir haben einmal unsere TOP 3 der negativen Dinge in Irland aufgeschrieben.

Zumindest eines davon ist ein größeres Problem, mit gefährlichen Konsequenzen. Ich mag dieses Land trotzdem sehr und Probleme sind zum lösen da, nicht wahr?

Starten wir mit Punkt 3, einem nicht sehr schwerwiegenden Problem:

Kein schnelles Internet!

Für mich als Internet-Schnarchnasenbär ein wichtiges Thema. Für den erholungsbedürftigen Urlauber vielleicht ein Segen.

Legt die Technik doch einfach mal weg!

*für mich natürlich keine Option, schon allein der Geotag auf meinen Fotos erleichtert mir das Recherchieren ungemein*Urlaub Handy

Punkt 2 betrifft auch die Urlauber:

Privatisierung!

Wenn schon schöne Natur, dann möchte man doch auch mal in ihr herumspazieren. Wer seinen vierbeinigen Liebling mitbringt, braucht schöne Schnüffelrunden. Bei den ganzen Pferden im Land, dachte ich an ausgeschilderte Reitwege.

Doch Fehlanzeige. Es gibt ein sogenanntes restriktives Wegerecht. Das bedeutet, des dürfen nur die nicht privaten und öffentlich ausgewiesenen (public Footpath) bewandert werden.Irland EIntritt verboten

Irland privatisiert mehr und mehr Wege. Zäune schießen wie Pilze aus dem Boden.

Die Behörde kümmert sich nicht darum, also werden einfach Verbotsschilder aufgestellt.

Nichtsdestotrotz gibt es noch genug Wanderwege. Der Burren, der Berea und der Wicklow Way ergeben ca 3000km Wanderweg. Wir wünschen viel Freude dabei!

Und hier kommt unsere Nummer 1, das Problem, was es dringend zu lösen gilt:

MÜLL!

Irland hat ein Müllproblem. Überall liegt er rum. Schöne Orte werden verschmutzt. Mülleimer sind eine Rarität. Recyceln ist auf der Insel noch nicht angekommen.Irland hat ein Müllproblem

Das Wasser in Plastikflaschen beinhalten kein Pfandsystem und so landen sie im normalen Müll oder irgendwo in der Gegend. Autowracks werden einfach abgestellt, genauso wie nicht mehr benötigte Schiffe.Irland Müll

Privater Müll wird verbrannt, verbuddelt oder im Land und Meer verteilt. Seit der Massenkonsum auch auf der Insel angekommen ist (Danke Aldi und Lidl – die Insulaner lieben euch!) nimmt auch der Müll zu.

Eine Mülltonne ist noch keine Pflicht und eine regelmäßige Müllabfuhr gibt es nur an einigen wenigen Orten. Der County Cork hat ein super modernes Abfuhrsystem eingeführt und die Iren sind darauf eingegangen. Doch kurz darauf sollten Gebühren für den anfallenden Müll bezahlt werden. Daraufhin ging die Müllabfuhr pleite.

Es gibt offizielle Sammelstellen, wo der Einwohner seinen Müll selber hinbringen muss. Also steht man momentan wieder an dem alten Punkt, selbst ist der Ire.

 

Torf – den kenn ich!!!

Jeder hat schon einmal von diesem Torf gehört. Auch in Deutschland findet man ihn. Hier in Irland gehört er zur Kultur und Geschichte. Man sieht viele Felder, die sind dunkelbraun. Das ist dieser Torf.

Irland Torf
Ein Torf Moor

Irgendwie weiß man davon, hat es schon einmal gehört. Vielleicht in der Schule – Geografie? Aber mehr gibt mein Kopf nicht her. Also wurde unsere Farmbesitzerin befragt, die nämlich direkt neben einer Torffabrik wohnt. (Diese schließt übrigens noch dieses Jahr)

Torf ist in Irland weit verbreitet als Heizmaterial. Einfach gesagt, ist Torf organisches Material das sich in den Mooren angelagert hat und unter Luftausschluss vermodert und zersetzt wurde. Um den Torf stechen zu können, muss man das Moor trocken legen. Mit dem Spaten “Slane” wird traditionell gearbeitet. Danach muss das lange, rechteckige Stück Torf noch weiter mit Luft und Sonne trocknen, bevor man es verbrennen kann. In dem Moor ist jede Menge CO2 enthalten. 20 % der gesamten irischen Fläche ist bedeckt von Mooren. Der CO2  Ausstoß beim Stechen ist so hoch, wie die Abgase aller irischen Autos zusammen.

Torfstapel zum trocknen
Zum trocknen gestapelter Torf

Deswegen sollen Moore unter Naturschutz gestellt werden, Torfstechen verboten werden. Die Iren finde das gar nicht witzig und reagieren mit Besetzung der Moore, Nacht stechen und Unterschriftenlisten. Es ist ihre Geschichte und Tradition. Außerdem ist es ihr Land. Wenn die EU mein Auto wegnehmen würde, wäre ich auch sauer.

Umweltschutz trifft auf Tradition. Und Geschichte.

Erst seit vier Generationen haben die Iren Landbesitz. Vorher gehörte es England. Die Unabhängigkeit dauert noch nicht lang genug, um zu vergessen. Natürlich wird den Menschen das Moor nicht weggenommen, aber verwenden dürfen sie es eben auch nicht. Es ist fremd bestimmt und es würden einige Kosten auf die Besitzer zukommen. Wenn ich mit meinem eigenen Feld heizen kann, ist das günstiger, als Heizmaterial zu kaufen.

Die Regierung hat natürlich eine tolle Idee und bietet Kompensation an. 1500 € für 15 Jahre als Ausgleich. Wenn man sich mit Iren unterhält, weiß man jedoch, dass die Behörden hier nicht gut arbeiten, vor allem wenn es um Geld auszahlen geht. Viele bezweifeln auch, dass das Geld da ist, nach der Wirtschaftskrise. Angeblich wurden schon 3000 Antragsteller bezahlt, wie die Behörde berichtet. Dabei erwähnt sie aber nicht, wie viel Anträge schon gestellt wurden.

Ein weiterer Punkt in der Torfgewinnung sind die Maschinen. Früher wurde von Hand gestochen und wesentlich weniger Schaden an den Böden gemacht. Wenn die Maschine über das Moor gefahren ist, sieht es aufgeschlitzt aus. Das kann nicht gut sein. Deswegen ist ein Vorschlag private Torfstecher gewähren zu lassen und nur die Industriellen unter Naturschutz zu stellen. Das sind immerhin 80.000 Hektar, die man schützen könnte!

Wie ihr seht ein sehr kontroverses und spannendes Thema. Manchmal kommt man in Orte und weiß nicht recht wonach es riecht. Das ist der stechende, aber nicht unangenehme Geruch von verbrannten Torf. Vom Geruch abgesehen soll Torf eine angenehme Wärme verbreiten.

Ich hoffe, der zusätzliche Fact über Irland hat euch gefallen? Ich würde mich über ein Feedback von euch freuen. Liebe Grüße aus dem Moor.

Mit Hund unterwegs in Italien

Nach ewigen hin und her überlegen hatten wir uns entschlossen unsere Hündin Katie mitzunehmen. Das war gut so! Es ist toll und sie macht das großartig.

Hund auf dem Rücken
nach der Arbeit…

Nichtsdestotrotz hatte ich einige Befürchtungen. Die sind jedoch überhaupt nicht eingetroffen. Wir wurden nicht gemieden, vertrieben oder ausgeschlossen.

Überrascht war ich von den vielen Hunden, die in der Stadt unterwegs waren. Besonders in Venedig habe ich nicht damit gerechnet. Wiesen – und Wald technisch ist es auch nicht  das Paradies, aber die Hunde kacken eben auch woanders hin.

Reisen mit Hund finde ich eine tolle Sache. Du kannst etwas Besonderes mit deinem Hund erleben. Es wird euch zusammen schweißen.  Die Hundenase und der Kopf sind auf jeden Fall beschäftigt.

Hund schläft
neue Freundschaften sind schnell geschlossen.

Natürlich ist ein bisschen Vorbereitung schlau. Wenn du also zukünftig öfter mit Hund unterwegs sein möchtest, kannst du doch einen Rucksack packen. Den kann dein Hund auch selber tragen. Darin ist Wasser, Futter, Napf, Zeckenzange, Kotbeutel, eventuell Schuhe, Verbandszeug und ein Spielzeug. Wenn das immer gepackt ist, kannst du es nicht vergessen.Hund auf Wanderung

Ansonsten hilft auch eine kleine Checkliste am Schlüsselbrett.

Für das Ausland solltest du den Hundepass mitnehmen. Deinen eigenen natürlich auch. Die  Ein- und Ausreisebestimmungen sind auch wichtig  zu wissen. Innerhalb der EU ist das alles nicht weiter dramatisch. Außer du bist ein Impfgegner, dann müsst ihr in heimatlichen Gefilden bleiben.

Ich möchte niemanden auf den Schlips treten, wenn ich mit Hund unterwegs bin,deswegen lese ich  im Internet nach, was mich in dem jeweiligen Land an Hundefreundlichkeit erwartet. Beziehungsweise welche Beziehung die Einheimischen zum Hund haben.  In Katies Heimat Spanien, sind Hunde nicht der stete Begleiter und Freund.

Für Italien gilt:

Allgemeine Freundlichkeit gegenüber Hunden.  In Geschäften und Restaurants müssen unsere Freunde jedoch draußen warten.

Am Strand  gibt es spezielle Hundestrände.

Überall gilt Leinenpflicht. Maximum 1,5 m lang darf diese sein.

Maulkorb ist mitzuführen. Manche sagen, er ist Pflicht, besonders in Städten. In Venedig haben wir ihn durchgängig dran gelassen, Katie war jedoch der einzige Hund mit Maulkorb.

Mehr gibt es nicht zu beachten. Freundlichkeit und Rücksicht sind uns Hundebesitzern klar und selbstverständlich – dann klappt es auch mit den Italieniern.

Kontrolliert hat übrigens nie einer und meist haben wir uns mehr an die Regeln gehalten, als die Italiener. Seit also vorbereitet, aber nicht zu streng.

Was machen wir hier eigentlich?

Wir sind nun 3 Wochen unterwegs und zwei Wochen auf der Wwoofing Farm „La Fonte“.

Wir möchten euch ein paar Eindrücke geben, was wir hier so machen.

Wir haben einen guten Einblick in das Familienunternehmen bekommen,  etwas über die Käse Herstellung gelernt und andere Esskultur genossen (mehr oder weniger). Wir danken der Familie Monti für ihre Offenheit und Gastfreundschaft.

kleine Ziegen und Schafe
Die Bambinis brauchen viel Essen, wollen ja noch wachsen.
Brotteig
italienisches Brot backen – geschmacklich ziehen wir das Deutsche vor.
Milch filtern
Nach dem melken muss die Milch gefiltert werden.

 

In unserer Freizeit haben wir Rovereto  bei Regen erkundet, eine Rundwanderung um die Farm gemacht und einen 2000m hohen Berg erklommen.  Ansonsten waren wir ganz gut eingebunden in das Familienleben und die Hofarbeit.  Da blieb nicht viel Zeit für große Expeditionen.

italienisches Eis
Leckeres italienisches Eis in Monsterausführung.
Bären im Wald
Es gibt hier viele Bären. Wir haben allerdings nur ihr „poop“ gefunden.

Aber das ist nicht so schlimm, denn wir reisen nun ab und haben noch Zeit bsi zum Heimaturlaub, um die Gegend weiter zu erkunden.

Unsere erste Woche als Wwoofer

Nach einer Woche “Freigang” in Italien, wollten wir etwas mehr Kontakt zu Menschen und Landschaft. Ein wichtiger Punkt unserer Reise ist auch die Landwirtschaft in  verschiedenen Ländern erkunden zu können. Wir haben uns als erstes für wwoofen entschieden. Es gibt noch andere Organisationen, die das Arbeiten unterwegs unterstützen. Die stelle ich euch später mal genauer vor.

Wwoofing steht für „Willing Workers on Organic Farms“, also freiwillige Helfer für Bio-Farmen. Jedes Land hat dazu eine eigene Website oder ein Buch. Bio ist jetzt nicht unser Hauptaugenmerk, aber natürlich und gesund gefällt uns. Nach einer Woche allein on Tour, haben wir  ein paar Farmen angeschrieben. Halt nein, vorher haben wir uns noch registriert. Das muss man leider in jedem Land extra erledigen. Das ist für uns ein bisschen schade und teuer. Immerhin waren das in Italien 70 € für beide zusammen. Ich habe erst nur mich angemeldet, aber unsere Gastfamilie hat tatsächlich gefragt. Kein Ding, Alex wurde einfach noch fix nachnominiert.

Der Kontakt zur Wwoofing-Organisation war sehr zuverlässig, ich habe schnell eine Antwort bekommen. Sicherheitshalber habe ich nochmal nachgefragt, ob es ein Pärchen – Rabatt gibt. In Italien leider nicht. Nun gut, es ist hoffentlich gut investiertes Geld, damit der Service so gut bleibt.

Ankunft auf der Wwoofing-Farm

Unsere Host-Familie hat schnell geantwortet und wir sind noch schneller hin gedüst. So standen wir früh um Sechs auf dem Hof bereit. Sonst aber irgendwie kein anderer. Irgendwann kam ein bärtiger Italiener raus getapst, der uns mitteilte, dass die Hofchefin noch schläft. Bärtiger Mann: Abgang. Mh. Alex ist eine Runde spazieren gegangen und ich habe noch ein mal eine Stunde geschlafen. Dann kam der Bärtige wieder, um die Tiere zu füttern. Ansonsten absolute Ruhe auf dem Hof. Bärtiger ab.

Eine Stunde später erschienen zwei freundliche Männer, die sogar Deutsch sprechen. Nun kam so langsam Licht ins Dunkel, die Hofbesitzerin wurde angerufen und erschien tatsächlich eine Stunde später. Sie verwies uns an ihre Tochter, da sie heute bis Abends weg müsse. OK.

Sara ist sehr nett und spricht gutes Englisch. Sie hat uns einfach mitgenommen zum Weidezaun aufstellen. Und war dann weg. Gut, wir also den Zaun allein aufgebaut. Wir haben schnell bemerkt, dass sie heute den Hof alleine schmeißen muss. Außerdem klingelte permanent das Telefon und Käse musste sie auch noch nebenbei machen. Wir sind dann zu den beiden netten Männern hochgegangen, um ihnen im Garten zu helfen.

Der erste Tag war  etwas konfus, aber interessant. Abends haben wir dann mit Elisabetta, was die Besitzerin von “La Fonte” ist, ein paar Details geklärt. Hund darf nicht ins Haus, also schlafen wir weiter in Hokey. Alex muss auch Wwofermitglied sein, Check. Sarah fängt immer frühestens um neun an, sie selber eigentlich um sieben. Momentan aber eher nicht.

Unsere täglichen Aufgaben

Es hat sich dann folgende Routine entwickelt. Um sieben geht Alex die Kuh, die Esel und den Schaf- und Ziegennachwuchs füttern, lässt die Hühner, Enten und Gänse raus und sammelt Eier ein. Dann gehen wir mit Katie ein Stück, frühstücken und warten auf Sara. Dann geht es zum Melken. 8 Schafe und 11 Ziegen. Das macht sehr viel Freude, sie sind leicht zu melken, sehr freundlich und die erste Woche hatten wir durchgehend Sonnenschein.

Mann melkt Ziegen
Alex beim Ziegen melken.

Da wir hier in den Bergen sind, also viel hoch und runter laufen, haben wir Huuuuuunger! Echt jetzt! Zum Mittag wird gekocht und alle essen gemeinsam. Es ist reichlich und wird in Ruhe genossen. So 1-2 Stunden gibt es sozusagen Pause. Der Kaffee schmeckt hier natürlich auch hervorragend. Frühstück und Abendessen kümmern wir uns alleine. Ende der Woche habe ich ein Brot gebacken, worüber sich Alex sehr gefreut hat. In der Regel gibt es hier kein frisches, sondern nur getrocknetes Brot wie Crissini. Lecker, aber eben nicht frisch. Ansonsten ist das Essen mediterran und größtenteils vom Hof (Süßigkeiten sind leider Mangelware – ich habe jetzt mal Alex losgeschickt, um einen italienischen Lidl zu plündern).

Die Farm “La Fonte” bedeutet “Die Quelle” und hat natürlich auch ihre eigene Quelle. Mittlerweile haben Sara und Elisabetta Monti ihren eigenen Laden, indem sie ihre Bio-Marmelade, Käse, Obst und Gemüse verkaufen. Örtliche Schulen und landwirtschaftlich Interessierte können sich anmelden, um bei Elisabetta etwas zu lernen.

Nachdem es sich gut eingespielt hat, wir schon einiges voneinander lernen konnten und es natürlich Spaß macht, werden wir nun in Woche zwei starten. Heute hatten wir, nach den täglich Aufgaben ein bisschen frei und sind zu Fuß losgezogen.  Seht selbst: