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Wir wissen nicht wohin…

Wir sind jetzt hier in England, wir haben ein Dach über dem Kopf, genug Geld und überhaupt fast alles was wir brauchen und nicht brauchen.

Die Leute sind sehr nett, wir sind Krankenversichert und so langsam beginnt sich Zeug anzusammeln.

Herzlich willkommen in der Bequemlichkeit oder Komfortzone oder Alltag, wie auch immer ihr es betiteln wollt.

Ich habe da ja eine kleine Allergie dagegen. Die finde ich ganz nett, denn Sie zeigt mir schnell, wenn ich zu bequem werde.

Aber auch mir fällt die Entscheidung schwer, ob man hier jetzt wieder wegwill. Doch nicht etwa, weil hier alles super toll ist, sondern, weil man sich eben nun hier eingerichtet hat.

So sitzen wir beide voreinander, reden und reden und reden…Die Krux an der Geschichte ist, wir haben einfach zu viele Möglichkeiten. Die Entscheidung loszumachen ist das eine, doch das andere ist: Wohin?

Wir wählen unsere Orte ja nach der Landwirtschaft aus. Sicher ein etwas untypischer Punkt, um ein Land zu bereisen, doch für uns eben sehr wichtig.

Somit ist klar, wir müssen weiter, um mehr entdecken zu können. Das ist nicht die Wahnsinnserkenntnis, doch diesmal mussten wir es unserer bequemen Jogginghose mehrmals sagen, bis auch Sie es verstanden hat, dass es bald wieder woanders hingeht.

Die Entscheidung ist endlich gefallen.

Doch nun, wohin? Zur Auswahl stehen: Tschechien, Spanien oder Irland.

Ihr denkt, in Irland waren wir schon? Ja, das stimmt. Aber!

Am Anfang war alles neu und wir sind wirklich viel in der Gegend herum gekommen. Doch das wahre Leben mit den Menschen, direkt in der Landwirtschaft, das haben wir nicht kennengelernt.

Der Unterschied fällt uns hier in England besonders auf, wo Alex eine feste Arbeitsstelle hat und so direkt erfährt, wie Landwirtschaft hier abläuft. (Definitiv nicht so pedantisch wie in Deutschland ;-))

Landwirtschaft in England

Die große Unbekannte ist wieder der Brexit. Man kann einfach nicht wirklich einschätzen, wie es sich auswirken wird. Es kann für die Landwirtschaft in beide Richtungen gehen, nach oben oder nach unten.

Und wird das Land endlich wieder mehr für die Landwirte tun? Ich mein, im Ernst, wie kann Nahrung nur so billig sein? Der Landwirt schafft mit all seiner Körperkraft unsere Ernährung und wen kümmert es heute noch?

Ok, zurück zum Thema. Der Brexit kann wirklich bedeuten, dass die eigene Wirtschaft einen Aufschwung bekommt, da deutlich mehr eigene Produkte gekauft werden.

Das ist zumindest der Traum, denn England war einmal ganz vorn mit dabei, was den Ackerbau angeht, experimentierfreudig und innovativ. Doch nun?

Als England in die EG eintrat und mehr Geld bekam, wurden die Insulaner größenwahnsinnig. Mehr und mehr Grünland wurde umgebrochen, schwere und humusreiche Böden wurden zu Acker.

Wintergetreide wurde angebaut, weil es 10 % mehr Ertrag verspricht. Der Boden wurde Pfluglos bearbeitet, Roundups waren erlaubt und Direktsaat nach der Ernte waren das Mittel der Wahl.

Und jetzt gibt es diese Nachrichten aus dem Land: Resistenzen, Prob­lem­unkräuter und -krankheiten, stagnierende Erträge sowie Farmpleiten über den Kanal.

Was wir hier sehen ist schlechte bis keine Bodenbearbeitung, falsche oder ungenügende Düngung und zu enge Fruchtfolgen. Auch die englischen Bauern kämpfen ums überleben.

Die Preise und Auflagen steigen, die Beratung ist privatisiert. Es geht um Masse, Menge, Ertrag und Größer.

Puh, keine schöne Entwicklung, auch wenn schon wieder gegengesteuert wird und die Landwirte viel Hoffnung in den Brexit setzen. Einen weiten Weg haben Sie trotzdem vor sich.

Hier gibt es ein tolles Forum, wer sich dafür interessiert: https://thefarmingforum.co.uk/index.php?forums/agricultural-matters/

Never stop dreaming

Neues Ziel – doch welches?

Nun heißt es weiter zu neuen Ufern.

Tschechien              Spanien             oder            Irland 

Was sagt ihr und warum? Oder habt ihr noch eine ganz andere Idee?

Lasst es uns in den Kommentaren wissen und heeeeelft uns…😵

 

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