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Filmkritik oder Realitätskeule

Heute gibt es einmal eine Filmkritik, obwohl ich den Film gar nicht so sehr auseinander nehmen und bewerten möchte. Denn es geht mir einfach um die Dinge, die er angesprochen hat. Mit denen er mir aus der Seele gesprochen hat. Dinge und Entwicklungen, die mir Angst machen, sind in diesem Film klar und einfach dargestellt.

Trotzdem sitzt um uns herum die Jugend und lacht, obwohl es nichts zu lachen gab. Ihre Augen sind zu, ihre Köpfe mit anderen Dingen beschäftigt. Vielleicht hat die Sexszene zu sehr abgelenkt. Ohne sie würden den Film jedoch nur halb so viele Leute ansehen? Keine Ahnung, ich versuche mich in Verständnis für die jungen Menschen zu üben. Bin ich doch selber jung.

Der Film „Jugend ohne Gott“ ist nicht geheimnisvoll, ohne Schnörkel und Verzauberung. Klar und direkt zeigt uns der Regisseur Alain Gsponer, wie seine Meinung zu der aktuellen Entwicklung der Menschheit aussieht.

Jugend ohne Gott – Zach

Der Film basiert auf einem Roman aus dem Jahre 1937, der schon mehrfach verfilmt wurde. Der Autor Ödön von Horvath ist österreich-ungarischer Herkunft. In dem Roman geht es um einen Lehrer, der bestraft wird, weil er einen Schüler darauf hinweist, dass auch Schwarze gleichwertige Menschen sind.

Preis: EUR 7,50

Für diesen Film wurde die faschistische Thematik in die Gegenwart transformiert und auf eine Gewinner und Verlierer Situation fokussiert. Damit ist es ein sehr zeitgemäßes Stück über unsere Leistungsgesellschaft. Schon im Kindergarten geht es heutzutage um Frühförderung in allen Belangen.

Was daraus entstehen kann, zeigt dieser Film. Denn diese Gegenwart ist von unserer nicht mehr weit entfernt. Eine fiktive Stadt mit Hochhäusern und Slums rundherum. Menschen die ganz chic im Stadtinneren wohnen und in den Außenbezirken ist es laut, dreckig und eng. Die Schere von reich und arm wird gefördert und propagiert. Beide Seiten jedoch leben unter Angst. 

Die einen wollen nicht auffallen und herunterfallen, die Anderen wollen nicht bestraft werden und als Sündenbock herhalten müssen.

Unsere Werte, Liebe und Moral spielen in dieser Zeit keine Rolle mehr. Die Frage, die sich mir sofort stellte war, spielt es denn momentan noch eine Rolle?

Leistung und Effizienz sind die neuen Werte. Dein Leben wird überwacht und analysiert. Maschinen wissen alles von dir. Und sind, Gott sei Dank, trotzdem machtlos.

Der Protagonist und eigenständig denkender Schüler Zach beginnt mit der Erzählung der Geschichte, während er mit seinen Mitschülern zu einem Assessment Camp fährt. In diesem Camp treten die Schüler gegeneinander an, um einen der begehrten Plätze in einer Universität zu ergattern.

Dieser Konkurrenzkampf schafft natürlich Potenzial für Streit. Gemeinsam im Team, so soll es nach außen aussehen. Wer Schwierigkeiten hat, bekommt Pillen.

Auch hier gibt es eine Lehrerfigur. Die Geschichte wird auch noch mal aus seiner Perspektive erzählt. Seine Angst ist es, nicht mehr in einer Eliteschule unterrichten zu dürfen. So stellt er seine Unterstützung an Zach und einen anderen „schwachen“ Schüler ein.

Das Camp endet in einem Drama. Wir saßen ziemlich geplättet in dem Kino und hätten am liebsten die lachenden Jugendlichen geschüttelt.

Stattdessen startete bei uns wieder die Diskussion, was wir denn gegen diese Entwicklung tun können!?

Natürlich können wir die Welt nicht retten und meist hat man das Gefühl, dass man eigentlich gar nichts tun kann.

Doch so ist es nicht. Jeder kleine Schritt ist EIN Schritt, ein wichtiger Schritt.

Wir haben unseren Schritt getan, wir haben uns Zeit genommen, um heraus zu finden, was uns alles wichtig ist.  Und was uns NICHT wichtig ist. 

Unser Beitrag, unser kleiner Schritt für diese Welt sind wir selber. Unsere denkenden Köpfe. Unsere arbeitenden Hände. Nicht im Gleichklang mit der breiten Masse, sondern genau in unserem Klang.

Schaut euch den Film an und sagt uns eure Meinung! Wir sind echt gespannt. Wie steht ihr zu dem Thema unserer aktuellen Gesellschaftsentwicklung? 

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Neuigkeiten aus dem Chaoscamp

Ich entschuldige mich…eine so lange Pause war nicht geplant und auch nicht gewollt. Wie das Leben jedoch so ist, kommt nicht eine Sache nach der anderen, sondern alles auf einmal.

So viel Chaos in meinem Kopf und Dinge, über die wir uns erstmal klar werden mussten.

Mal sehen, wo ich beginne, mit meiner Erzählung. Am besten mit den schönen Dingen. Wir hatten tolle Ferien mit den Kindern. Erst waren wir in Mecklenburg-Vorpommern, danach noch einmal 2 Wochen in der Altmark.

Wie wir hier gelandet sind? Durch Zufall und Urlaub gegen Hand via Facebook. Nach dem Urlaub bei der Ostsee Oma haben wir Platz und Ruhe für die arbeitende Bevölkerung geschaffen. Nachtschicht und ein Kind im Haus sind nicht immer kompatibel. Auch Arbeit war für Alex nicht weiter in Sicht. Hier in der Altmark konnten wir uns ausbreiten und Alex hat eine Agrargenossenschaft ausprobiert.

Kennst du die Altmark?

Für uns war dieser Teil von Deutschland absolutes Neuland. Für dich vielleicht auch? Da es hier wunderschön ist, erzähle ich mal ein wenig mehr von diesem friedlichen Ort, an dem sich noch Hase und Fuchs gute Nacht sagen. Lest hier weiter.

Nun noch ein paar Worte zu unserem Durcheinander. Ursprünglich wollten wir direkt nach dem Urlaub und der Schuleinführung weiter ziehen. Aus familiären Gründen wollen wir nun doch erst einmal hier bleiben. Wir haben momentan kein gutes Gefühl weit wegzufahren. Mehr kann ich leider nicht erzählen, auch wenn ich euch gern alles erzählen würde! Es betrifft jedoch nicht nur uns, sondern auch andere Menschen und die wollen ihre Geschichte nicht im Internet lesen.

Also teile ich euch nun das Ergebnis mit: Wir bleiben erstmal bis Oktober in Deutschland, Alex wird in einer Agrargenossenschaft in Meck-Pomm arbeiten und ich im Bett!

Nein, im Ernst, wir sind in Meck-Pomm zu finden, mal sehen wie ich die Gegend unsicher machen kann. Genaues über dieses Bundesland weiß ich auch nicht.

Im Oktober ist unsere Reise nach Spanien geplant, ob es losgeht wissen wir noch nicht genau.

Gut, das wäre erst einmal raus. Nun kann ich in Ruhe von unserem Urlaub, der Altmark und einem Ritter, der uns seine Burg gezeigt hat, erzählen.

Viele liebe Grüße aus dem Wald. Bleibt fröhlich!

p.S.: Wie geht ihr mit ungeklärten Dingen um? Mir hilft es sie aufzuschreiben:

Diese Reise ist nicht unser Ziel, sondern unser Weg. Unser Weg zu einem neuen zu Hause, unser Weg zu uns selber. Dieser Schritt war so wichtig für uns. Einen Schlussstrich ziehen, um bei Null starten zu können. Doch wir können nicht einfach alle und alles sein in Deutschland sein lassen. Vielleicht ist unsere Heimat auch unser Zuhause? So viel zu meinen wirren Gedanken…Alles bleibt anders!