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Mein Vertrauen ist kaputt

Es wird mir die letzten Tage wieder bewusst, wie schwierig es immer noch für mich ist, Fremden zu vertrauen.

In der Regel macht man sich nicht viel Gedanken darüber, wenn man einen Menschen trifft, man hat ein Bauchgefühl oder einen Riecher. Entweder wir mögen jemanden oder er kommt uns komisch vor. Vielleicht können wir ihn nicht riechen. Ein Mensch ist uns unsympathisch. Dabei weiß das Gehirn jedoch was es tun soll. Sehen, Scannen, einordnen.

Das war und ist noch ein bisschen kaputt bei mir. Als es kaputt ging, war es richtig schlimm. Ich bekam Kopfschmerzen und Herzrasen. Ich war verwirrt, was ich mit dem Menschen machen sollte. Und hatte Angst mich zu irren.

Was ein mir bekannter Mensch meiner Mutter angetan hat, hinterlässt Spuren. Sie sind da, immer. Auch wenn ich mein Leben aktiv und scheinbar “normal” führe. Die Trauer ist immer dabei. Sie ist ein Teil von mir. Dieses Wirre in meinem Kopf ist da.

Die Schubladen klemmen, habe ich einmal gesagt.

Ich bin hier in dem neuen Haus, eine neue Wwoofing Farm, neue Menschen. Alles scheinbar so nett, liebevoll und perfekt. Mein Kopf scannt, hat Angst, traut sich nicht die Menschen in Ruhe in eine Schublade zu packen. Immer wieder nehme ich Aussagen, Gesten auseinander, beobachte sie.

Das ist gar nicht böse gemeint, ich mache das auch gar nicht bewusst. Meist fällt es mir erst auf, wenn ich Kopfweh habe. Dann kann ich es etwas herunter fahren. Mich ein wenig ablenken und den Scanner ausblenden.

Wir wissen nicht, was im Kopf der Menschen vor sich geht. Manchmal wissen sie es selber nicht. Aussagen wie:”Ich könnte ihn umbringen!”, funktionieren für mich wie eine Alarmglocke. Es ist nicht witzig und auch nicht einfach daher gesagt. Manche Menschen machen das wirklich! Einfach so aus heiterem Himmel. Oder wahrscheinlich doch nicht. Man übersieht nur viele Anzeichen, da man an so etwas doch gar nicht denkt. Ist er eben ein bisschen cholerisch. Er ist in seinem früheren Leben ab und zu ausgerastet. Er hat scheinbar ein paar Geheimnisse, redet über Dinge etwas verschwommen. Was solls. Denkt man.

Hätte ich doch mal, denke ich jetzt. Hätte sie doch mal. Doch man hat nicht. Man vertraut, manchmal hört man auch auf Alarmglocken nicht, weil man vertrauen will. Meine Mutter wurde ermordet, von ihrem Lebensgefährten. Sehr brutal. Wie soll ich Menschen noch vertrauen?

Manchmal weiß ich es auch nicht. Momentan sind solche Tage. Es ist wunderschön hier und die Menschen sind sehr, sehr freundlich und offen. Sind sie es wirklich, fragt mein Kopf?

Ich muss darüber reden, es aussprechen und nicht in meinem Kopf hin und her drehen. Ich muss es Alex erzählen, brauche seine Einschätzung dazu, die hilft mir.Mit ihm darüber zu reden hilft mir sehr, weil er mich nicht verurteilt. Ich mag nicht komisch angeschaut werden.

Vier Jahre sind nun vergangen. Diese Woche wäre ihr Geburtstag gewesen. Diese Woche werde ich mir mehr Zeit nehmen, um an die schöne Zeit zu denken. Damit möchte ich ihren Geburtstag feiern und die Erinnerung halten. Dankbar sein.Sandras Mutter

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3 gute Gründe für unsere Weltreise

Ich hatte den Post über unsere Gründe schon fertig, da lag ich Abends im Bett und war total verwirrt. Das normale Vor-Abreise-Touhouwabohou tobt in meinem Kopf. Ich entschuldige mich also schon mal für etwaiges durcheinander. Ich möchte euch erst einmal meine Gedanken erzählen, die zur Entscheidung geführt haben. Dann folgen eigentlich erst die Gründe, warum ich überhaupt bereit bin so etwas zu machen. Ich schreibe hier meist nur für mich,da Alex und ich festgestellt haben, dass wir ganz unterschiedliche Gründe und Ansichten haben warum wir diese Reise machen.

Wie sieht unser Leben ohne die Weltreise aus?

Bevor wir die endgültige Entscheidung getroffen haben, haben wir unser Leben hier skizziert. Was steht uns bevor, wenn wir ein gutes Leben führen wollen. Als Selbstständige in der Landwirtschaft ist das Leben dann vor allem mit viel Arbeit. Nicht, dass wir uns davor scheuen. Wo bleibt dann aber Zeit für uns, für die Kinder und für die Welt da draußen?

Wir könnten auch in zehn Jahren gehen. Wie sieht unser Leben dann aus? Gehen wir dann noch? Ist es dann leichter oder besser für unsere Kinder? Ich kann mir nicht vorstellen, wenn wir uns die nächsten zehn Jahre auf unserem Hof reinknien und alle geben, dass wir mit 40 Jahren dann noch eine Weltreise machen.

Schritt 2 zur Entscheidung

Die Entscheidung, diese Reise wirklich anzutreten hat viele verschiedene Anstupser bekommen. Nicht alle können es verstehen und das ist auch Ok. Ich kann auch nicht alle Entscheidung anderer verstehen, nachvollziehen oder gar für gut heißen. Die meisten haben uns ihre Meinung auch ziemlich deutlich gesagt und gezeigt. Das ist mir sogar lieber, als schweigen, meiden oder gar verachtende Blicke zu bekommen. Es gibt jedoch Menschen, die haben es echt übertrieben. Aber ich verzeihe euch! Ich danke euch, für euren Mut, eure Meinung uns mitzuteilen. Ich würde mich jedoch sehr freuen, wenn diese Menschen aufhören würden schlecht über uns zu reden. Dafür habe ich nämlich kein Verständnis. Gibt es nicht genug Hass und Missgunst auf dieser Welt. Muss man wegen solcher Entscheidungen noch mehr davon in die Welt setzen? Mehr gönnen und noch mehr freuen – über das Leben und wie gut es uns geht, helfen sicher viel weiter.

Ich bin ein bisschen vom Thema abgekommen. Diese Reise soll unser Leben sein und unser Leben eine Reise. Ich möchte lernen, entdecken, wachsen und erkunden. Was gibt es noch alles auf dieser Welt? All das Schöne möchte ich entdecken, all die Facetten unserer Welt erleben.

Die Gründe, warum die Weltreise das Richtige für mich ist

Also mache ich das zu Nummer eins

Leben, Lieben und entdecken.

Darauf folgt direkt und sofort Nummer zwei

Ich habe meinen Reisepartner und meinen Seelenfreund gefunden. Alex ist nicht “nur” mein Partner und mein bester Freund, sondern mein Begleiter. Physisch und psychisch. Das klingt irgendwie recht trocken, anders formuliert klingt es sehr kitschig. Ich hoffe ihr wisst wie das ist, wenn man mit seiner großen Liebe einfach alles machen kann. Einfach so.

Nummer drei

Der Anstupser Nummer 3 für mich war ganz klar, der Tod meiner Mutter. Aber nicht in dem Sinne, dass ich immer noch verwirrt bin, sondern im Positiven. Wenn nicht jetzt, wann dann? Man weiß nie, was passiert in unserer heutigen Welt. Natürlich stellt sich mir die Frage nach dem Sinn des Lebens, besonders nach meinem Sinn des Lebens. Ich fühle mich dem Sinn viel näher, wenn ich lerne und lebe und entdecke. Das funktioniert in einem 9-5 Job für mich einfach nicht. Hier muss irgendwo mehr sein. So in mir drin. Mit mir und der Welt zusammen. Alles um mich rundherum und ich. Ich möchte mein Bewusstsein schulen, meine Dankbarkeit füttern, mein positiv weitergeben.

Versteht ihr, was ich meine?

 

Natürlich haben wir auch Angst.(Hier kann ich getrost von wir sprechen). Angst, dass es die falsche Entscheidung ist. Angst, dass wir kein Geld mehr haben werden. Angst, ob unsere Beziehung das aushält. Angst, das die Beziehung zu unseren Kindern kaputt geht.

Aber wir sind nicht die Typen die zögern. (Schon wieder wir:-)) Wir machen, wir starten, wir wollen herausfinden. Wir sind uns jedoch einig, wenn es nichts für uns ist, dann können wir wieder zurück nach Deutschland. Wenn wir jedoch ewig hier darüber philosophieren, werden wir es nie herausfinden.

 

Was bewegt euch in eurem Leben? Was lässt euch voran gehen? Sind das nicht die spannenden Fragen des Lebens?

Wir freuen uns auf eure Geschichte, gern im Kommentar oder per Mail.