Explore Great Britain – The Roman Road 💂

Eigentlich sollte es ein einfacher Parkspaziergang werden, um euch dann eine schöne Empfehlung für einen Sonntagsausflug zugeben.

Eine Empfehlung ist es immer noch, aber es ist mehr als ein Parkausflug und ein ruhiger Sonntag wird es damit auch nicht. Obwohl, ruhig wahrscheinlich schon.

Doch von Anfang an. Bei meiner Erkundungstour entdeckte ich den Wanderbury Park. Dieser ist 1100 m² groß und bietet viele Wiesen und Wald. Mittels der Schilder wird man zu verschiedenen Aussichtspunkten geleitet. Verlaufen ist hier definitiv nicht möglich, aber verleitet wird man auf jeden Fall.

So wie ich! Die „Roman Road“ klang irgendwie toll, obwohl ich wohl als erstes an den Roman, statt an Römer gedacht habe. Auf jeden Fall ist dieser römische Weg, der zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert n.C. erbaut wurde, gut beschrieben mittels Tafeln. Wegweiser findet man wieder, wie die Public Footpath Schilder, als kleine Runde Zeichen an Pfosten oder Toren.

Auf britisch historischen Pfaden

Die Römerstraßen wurden erbaut, um wichtige Handelsstädte miteinander zu verbinden. Sie wurden alle in der historischen Tabula Peutingeriana kartiert. Diese Straßen ziehen sich quer durch Europa. Das finde ich sehr beeindruckend.

Die römischen Wege (Bild © Wikipedia)

Was sie so besonders macht? Im Gegensatz zu alten keltischen oder Naturwegen bauten die Römer gerade Straßen mit nur geringen Steigungen. Somit waren sie auch unabhängiger von der Natur. Kaum matschige oder unebene Böden behindern das Vorankommen.

Auf den Tafeln wird anschaulich erklärt, wie die Römer diese Wege aufbauten. Schichtweise wurde das an dem jeweiligen Ort vorhandene Material verwendet, um die nahezu ebenen und geraden Wege zu schaffen.

Mein „Romanweg“ verbindet Haverhill mit Cambridge, außerdem sind Linton, Balsham, West Wratting und Fulbourn miteinander verbunden und gut erreichbar. Gelockt wurde ich mit der tollen Tafelbeschreibung über die wundervolle Natur, die mich erwarten würde. Wie soll ich denn da widerstehen?

Voll freudiger Erwartung lief ich also los und natürlich war es so bequem, wie die Römer das wollten. Breite Wege mit nur geringen Anstiegen, gesäumt von Hecken, Feldern und Wiesen, dazwischen immer Wälder, die man auf kleinen Pfaden durchquert.

Da ich erst um die Mittagszeit gestartet bin, war mir klar, dass ich die 40 km nicht schaffen würde, wollte ich nicht eine Ewigkeit im Dunkeln laufen. In Balsham gibt es eine „Abkürzung“. Dafür muss man ein Stück Straße gehen, dann durch den Ort und dann noch am besten den richtigen Weg finden. Ich habe mich ein klein wenig verwandert.

Doch durch die tollen Schilder war die Richtung klar und ich bin einfach zwei andere Footpaths gegangen, um dann wieder auf die Roman Road zu stoßen. Allerdings heißt der Weg nun, nach der Durchquerung von Balsham, Fleam Dyke Weg.

Ja, auch das ist ein öffentlicher Footpath! Verrückt oder?

Bald gelangt man auf einen Damm, der damals zur Verteidigung beziehungsweise der Überwachung des Icknield Way. Auch dieser ist ein Footpath im Süden Englands und war schon vor den Römern da. Das spiegelt auch der britisch-keltische Name wieder. Die Icener haben diesen Pfad auch als Handelsweg benutzt. Im Gegensatz zu den Wegen der Römer ist dieser nicht systematisch angelegt, sondern er ist einfach so entstanden.

Doch das soll eine andere Geschichte werden.

Die Roman Road lässt sich superschön laufen und es wird auch nicht langweilig. Immer wieder taucht man in Wälder ein, einer verwunschener als der Andere.

Die Hundenase findet genügend Schnüffelei und der Menschenkopf Ruhe und gute Luft.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Ein kleines Aber bleibt. Zum einen ist es die Überquerung der A11, eine britische Autobahn und ab und an ist man anderen Straßen sehr nah, was etwas unschöne Laute in die natürliche Stille bringt. Ich habe dem mit Musik auf den Ohren gekontert. Wer nicht allein unterwegs ist, wird eventuell bei einem guten Gespräch wenig vom Autolärm bemerken.

Wir leben eben in einer erschlossenen Zivilisation. Auf meinem Rückweg war ich durchaus dankbar für die Nähe zur Straße. Nach diesen doch anstrengenden 26 km konnte ich schnell nach Hause fahren und meine Beine hoch legen.

Zu guter Letzt musste ich noch ein Stück des Weges im Dunkeln zurücklegen. Doch der Mond hat mir das Abenteuer versüßt. Die vielen Tiere die um uns herumraschelten natürlich auch. Die machen einen Lärm, Wahnsinn! Gesehen habe ich leider keines, aber vielleicht war das auch besser. Keine Ahnung wer schneller vor Schreck umgefallen wäre 🙂

 

Ich hoffe, die kleine Reiseerzählung hat euch gefallen? Dann freue ich mich über euere Nachrichten, Teilungen, Daumen oder ein kleines Grunzen. Bleibt fröhlich und frisch, bis nächste Woche!

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4 Gedanken zu „Explore Great Britain – The Roman Road 💂“

  1. Sehr, sehr schön und kurzweilig geschrieben, liebe Sandra! Ich habe übrigens bei Madrid auch einen Römer-Wanderweg erkundet dieses Jahr. Wirklich sehr spannend, was die sich damals alles dabei gedacht haben und daß wir vor allem heute noch viel davon haben.

    1. Hallo Kathrin,

      jaja die Römer! Das war mir auch nicht so bewusst, dass die sich überall rumgetrieben haben und so nachhaltig waren. Da der Weg wirklich sehr schön war, werde ich auch nach weiteren Ausschau halten.
      lg,
      Sandra

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