Irland Torf

Torf – den kenn ich!!!

Jeder hat schon einmal von diesem Torf gehört. Auch in Deutschland findet man ihn. Hier in Irland gehört er zur Kultur und Geschichte. Man sieht viele Felder, die sind dunkelbraun. Das ist dieser Torf.

Irland Torf
Ein Torf Moor

Irgendwie weiß man davon, hat es schon einmal gehört. Vielleicht in der Schule – Geografie? Aber mehr gibt mein Kopf nicht her. Also wurde unsere Farmbesitzerin befragt, die nämlich direkt neben einer Torffabrik wohnt. (Diese schließt übrigens noch dieses Jahr)

Torf ist in Irland weit verbreitet als Heizmaterial. Einfach gesagt, ist Torf organisches Material das sich in den Mooren angelagert hat und unter Luftausschluss vermodert und zersetzt wurde. Um den Torf stechen zu können, muss man das Moor trocken legen. Mit dem Spaten “Slane” wird traditionell gearbeitet. Danach muss das lange, rechteckige Stück Torf noch weiter mit Luft und Sonne trocknen, bevor man es verbrennen kann. In dem Moor ist jede Menge CO2 enthalten. 20 % der gesamten irischen Fläche ist bedeckt von Mooren. Der CO2  Ausstoß beim Stechen ist so hoch, wie die Abgase aller irischen Autos zusammen.

Torfstapel zum trocknen
Zum trocknen gestapelter Torf

Deswegen sollen Moore unter Naturschutz gestellt werden, Torfstechen verboten werden. Die Iren finde das gar nicht witzig und reagieren mit Besetzung der Moore, Nacht stechen und Unterschriftenlisten. Es ist ihre Geschichte und Tradition. Außerdem ist es ihr Land. Wenn die EU mein Auto wegnehmen würde, wäre ich auch sauer.

Umweltschutz trifft auf Tradition. Und Geschichte.

Erst seit vier Generationen haben die Iren Landbesitz. Vorher gehörte es England. Die Unabhängigkeit dauert noch nicht lang genug, um zu vergessen. Natürlich wird den Menschen das Moor nicht weggenommen, aber verwenden dürfen sie es eben auch nicht. Es ist fremd bestimmt und es würden einige Kosten auf die Besitzer zukommen. Wenn ich mit meinem eigenen Feld heizen kann, ist das günstiger, als Heizmaterial zu kaufen.

Die Regierung hat natürlich eine tolle Idee und bietet Kompensation an. 1500 € für 15 Jahre als Ausgleich. Wenn man sich mit Iren unterhält, weiß man jedoch, dass die Behörden hier nicht gut arbeiten, vor allem wenn es um Geld auszahlen geht. Viele bezweifeln auch, dass das Geld da ist, nach der Wirtschaftskrise. Angeblich wurden schon 3000 Antragsteller bezahlt, wie die Behörde berichtet. Dabei erwähnt sie aber nicht, wie viel Anträge schon gestellt wurden.

Ein weiterer Punkt in der Torfgewinnung sind die Maschinen. Früher wurde von Hand gestochen und wesentlich weniger Schaden an den Böden gemacht. Wenn die Maschine über das Moor gefahren ist, sieht es aufgeschlitzt aus. Das kann nicht gut sein. Deswegen ist ein Vorschlag private Torfstecher gewähren zu lassen und nur die Industriellen unter Naturschutz zu stellen. Das sind immerhin 80.000 Hektar, die man schützen könnte!

Wie ihr seht ein sehr kontroverses und spannendes Thema. Manchmal kommt man in Orte und weiß nicht recht wonach es riecht. Das ist der stechende, aber nicht unangenehme Geruch von verbrannten Torf. Vom Geruch abgesehen soll Torf eine angenehme Wärme verbreiten.

Ich hoffe, der zusätzliche Fact über Irland hat euch gefallen? Ich würde mich über ein Feedback von euch freuen. Liebe Grüße aus dem Moor.

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