Berge

Unsere erste Woche als Wwoofer

Nach einer Woche “Freigang” in Italien, wollten wir etwas mehr Kontakt zu Menschen und Landschaft. Ein wichtiger Punkt unserer Reise ist auch die Landwirtschaft in  verschiedenen Ländern erkunden zu können. Wir haben uns als erstes für wwoofen entschieden. Es gibt noch andere Organisationen, die das Arbeiten unterwegs unterstützen. Die stelle ich euch später mal genauer vor.

Wwoofing steht für „Willing Workers on Organic Farms“, also freiwillige Helfer für Bio-Farmen. Jedes Land hat dazu eine eigene Website oder ein Buch. Bio ist jetzt nicht unser Hauptaugenmerk, aber natürlich und gesund gefällt uns. Nach einer Woche allein on Tour, haben wir  ein paar Farmen angeschrieben. Halt nein, vorher haben wir uns noch registriert. Das muss man leider in jedem Land extra erledigen. Das ist für uns ein bisschen schade und teuer. Immerhin waren das in Italien 70 € für beide zusammen. Ich habe erst nur mich angemeldet, aber unsere Gastfamilie hat tatsächlich gefragt. Kein Ding, Alex wurde einfach noch fix nachnominiert.

Der Kontakt zur Wwoofing-Organisation war sehr zuverlässig, ich habe schnell eine Antwort bekommen. Sicherheitshalber habe ich nochmal nachgefragt, ob es ein Pärchen – Rabatt gibt. In Italien leider nicht. Nun gut, es ist hoffentlich gut investiertes Geld, damit der Service so gut bleibt.

Ankunft auf der Wwoofing-Farm

Unsere Host-Familie hat schnell geantwortet und wir sind noch schneller hin gedüst. So standen wir früh um Sechs auf dem Hof bereit. Sonst aber irgendwie kein anderer. Irgendwann kam ein bärtiger Italiener raus getapst, der uns mitteilte, dass die Hofchefin noch schläft. Bärtiger Mann: Abgang. Mh. Alex ist eine Runde spazieren gegangen und ich habe noch ein mal eine Stunde geschlafen. Dann kam der Bärtige wieder, um die Tiere zu füttern. Ansonsten absolute Ruhe auf dem Hof. Bärtiger ab.

Eine Stunde später erschienen zwei freundliche Männer, die sogar Deutsch sprechen. Nun kam so langsam Licht ins Dunkel, die Hofbesitzerin wurde angerufen und erschien tatsächlich eine Stunde später. Sie verwies uns an ihre Tochter, da sie heute bis Abends weg müsse. OK.

Sara ist sehr nett und spricht gutes Englisch. Sie hat uns einfach mitgenommen zum Weidezaun aufstellen. Und war dann weg. Gut, wir also den Zaun allein aufgebaut. Wir haben schnell bemerkt, dass sie heute den Hof alleine schmeißen muss. Außerdem klingelte permanent das Telefon und Käse musste sie auch noch nebenbei machen. Wir sind dann zu den beiden netten Männern hochgegangen, um ihnen im Garten zu helfen.

Der erste Tag war  etwas konfus, aber interessant. Abends haben wir dann mit Elisabetta, was die Besitzerin von “La Fonte” ist, ein paar Details geklärt. Hund darf nicht ins Haus, also schlafen wir weiter in Hokey. Alex muss auch Wwofermitglied sein, Check. Sarah fängt immer frühestens um neun an, sie selber eigentlich um sieben. Momentan aber eher nicht.

Unsere täglichen Aufgaben

Es hat sich dann folgende Routine entwickelt. Um sieben geht Alex die Kuh, die Esel und den Schaf- und Ziegennachwuchs füttern, lässt die Hühner, Enten und Gänse raus und sammelt Eier ein. Dann gehen wir mit Katie ein Stück, frühstücken und warten auf Sara. Dann geht es zum Melken. 8 Schafe und 11 Ziegen. Das macht sehr viel Freude, sie sind leicht zu melken, sehr freundlich und die erste Woche hatten wir durchgehend Sonnenschein.

Mann melkt Ziegen
Alex beim Ziegen melken.

Da wir hier in den Bergen sind, also viel hoch und runter laufen, haben wir Huuuuuunger! Echt jetzt! Zum Mittag wird gekocht und alle essen gemeinsam. Es ist reichlich und wird in Ruhe genossen. So 1-2 Stunden gibt es sozusagen Pause. Der Kaffee schmeckt hier natürlich auch hervorragend. Frühstück und Abendessen kümmern wir uns alleine. Ende der Woche habe ich ein Brot gebacken, worüber sich Alex sehr gefreut hat. In der Regel gibt es hier kein frisches, sondern nur getrocknetes Brot wie Crissini. Lecker, aber eben nicht frisch. Ansonsten ist das Essen mediterran und größtenteils vom Hof (Süßigkeiten sind leider Mangelware – ich habe jetzt mal Alex losgeschickt, um einen italienischen Lidl zu plündern).

Die Farm “La Fonte” bedeutet “Die Quelle” und hat natürlich auch ihre eigene Quelle. Mittlerweile haben Sara und Elisabetta Monti ihren eigenen Laden, indem sie ihre Bio-Marmelade, Käse, Obst und Gemüse verkaufen. Örtliche Schulen und landwirtschaftlich Interessierte können sich anmelden, um bei Elisabetta etwas zu lernen.

Nachdem es sich gut eingespielt hat, wir schon einiges voneinander lernen konnten und es natürlich Spaß macht, werden wir nun in Woche zwei starten. Heute hatten wir, nach den täglich Aufgaben ein bisschen frei und sind zu Fuß losgezogen.  Seht selbst:

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „Unsere erste Woche als Wwoofer“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.